
Börsenbegriffe können am Anfang schnell kompliziert wirken. Wer anfängt sich mit Aktien und ETFs zu beschäftigen stolpert schnell über Begriffe die niemand erklärt hat. Dieses Wörterbuch räumt damit auf. Kurz, verständlich, ohne Fachwörter die weitere Fachwörter brauchen.
Zu vielen Begriffen findest du auf bewusst-investieren.de weiterführende Artikel, Analysen und kostenlose Rechner, ich habe sie direkt an den passenden Stellen verlinkt.
A
Aktie
Ein Anteil an einem Unternehmen. Wer eine Aktie kauft wird Miteigentümer, egal ob für 50 Euro oder 50.000 Euro. Aktionäre haben ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung, profitieren von Kurssteigerungen und erhalten oft eine Dividende. Steigt das Unternehmen im Wert steigt auch der Aktienkurs. Fällt es kann man Geld verlieren.
Ask
Der Preis zu dem ein Verkäufer seine Aktie oder seinen ETF verkaufen möchte. Auch Briefkurs genannt. Zusammen mit dem Bid ergibt sich der Spread.
B
Bid
Der Preis den ein Käufer bereit ist zu zahlen. Auch Geldkurs genannt. Liegt immer etwas unter dem Ask.
Broker
Das Unternehmen oder die Plattform über die man Aktien und ETFs kauft und verkauft. Beispiele: Scalable Capital, Trade Republic, Comdirect, Swissquote.
D
Depot
Das Konto bei dem die gekauften Wertpapiere verwahrt werden. Ähnlich wie ein Girokonto, nur für Aktien und ETFs.
Diversifikation
Die Verteilung des Kapitals auf viele verschiedene Anlagen um das Risiko zu streuen. Der ACWI IMI zum Beispiel ist in über 5.000 Unternehmen weltweit investiert, ein einzelner Ausfall fällt kaum ins Gewicht.
Dividende
Eine Gewinnausschüttung die Unternehmen regelmäßig an ihre Aktionäre zahlen. Quartalsweise, halbjährlich oder jährlich, je nach Unternehmen. Nicht alle Unternehmen zahlen Dividenden.
Dividendenrendite
Die jährliche Dividende geteilt durch den aktuellen Aktienkurs, ausgedrückt in Prozent. Eine Aktie die 2 Euro Dividende zahlt und 40 Euro kostet hat eine Dividendenrendite von 5%.
E
ESG
Steht für Environment, Social und Governance, auf Deutsch Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. ESG-ETFs investieren bevorzugt in Unternehmen die nach diesen Kriterien als nachhaltig eingestuft werden und schließen bestimmte Branchen wie Öl, Tabak oder Rüstung aus. Klingt gut, ist aber nicht so einfach wie es aussieht. Was ESG wirklich bedeutet, wo die Grenzen liegen und welcher ETF noch am ehesten hält was er verspricht erkläre ich hier.
ETF
Exchange Traded Fund, ein börsengehandelter Indexfonds. Ein ETF bildet einen Index nach und investiert automatisch in alle enthaltenen Unternehmen. Der ACWI IMI enthält fast 5.000 Unternehmen weltweit in einem einzigen Produkt. Eine ausführliche ETF-Analyse findest du hier.
F
Fonds
Ein Sammelbecken für das Geld vieler Anleger das gemeinsam investiert wird. ETFs sind eine besondere Form von Fonds. Aktiv gemanagte Fonds haben einen Fondsmanager der die Anlageentscheidungen trifft, sind aber teurer und schlagen den Markt langfristig selten.
Freistellungsauftrag
Ein Auftrag an die Bank der dafür sorgt dass Kapitalerträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr steuerfrei bleiben. Ohne Freistellungsauftrag zieht die Bank sofort Steuern ab.
I
Inflation
Der Anstieg des allgemeinen Preisniveaus über Zeit. Wer sein Geld auf dem Konto lässt verliert durch Inflation real an Kaufkraft. Das ist einer der wichtigsten Gründe warum langfristiges Investieren sinnvoll ist.
ISIN
International Securities Identification Number. Eine zwölfstellige Kennnummer die jedes Wertpapier weltweit eindeutig identifiziert. Der Amundi MSCI World SRI Climate Net Zero Ambition PAB ETF hat zum Beispiel die ISIN IE000Y77LGG9. Immer die ISIN verwenden wenn man sichergehen will das richtige Wertpapier zu kaufen. Eine ausführliche Analyse dieses ETFs findest du hier.
K
KGV
Kurs-Gewinn-Verhältnis. Eine der wichtigsten Bewertungskennzahlen für Aktien. Das KGV gibt an wie viele Jahre es dauern würde bis ein Unternehmen seinen aktuellen Börsenwert durch seine Gewinne erwirtschaftet hat. Ein KGV von 15 bedeutet: Bei gleichbleibendem Gewinn dauert es 15 Jahre. Niedrig bedeutet tendenziell günstig, hoch tendenziell teuer. Allerdings nur im Vergleich mit ähnlichen Unternehmen oder dem historischen Durchschnitt aussagekräftig.
L
Limit Order
Eine Kauforder bei der man einen maximalen Preis festlegt zu dem man bereit ist zu kaufen. Wird nur ausgeführt wenn der Kurs dieses Limit erreicht oder unterschreitet. Gegenteil: Market Order.
M
Marktkapitalisierung
Der Gesamtwert eines Unternehmens an der Börse. Aktienkurs multipliziert mit der Anzahl aller ausgegebenen Aktien. Apple hat zum Beispiel eine Marktkapitalisierung von mehreren Billionen Dollar und ist damit eines der wertvollsten Unternehmen der Welt.
Market Order
Eine Kauforder die sofort zum aktuell verfügbaren Marktpreis ausgeführt wird. Schnell und einfach, aber man hat keine Kontrolle über den genauen Kaufpreis.
R
Rebalancing
Das Wiederherstellen der ursprünglich geplanten Gewichtung im Depot. Wenn eine Position stark gestiegen ist und dadurch zu groß geworden ist wird sie durch Verkauf oder gezielten Nachkauf anderer Positionen wieder auf die Zielgewichtung gebracht.
S
Sparerpauschbetrag
1.000 Euro pro Jahr die Kapitalerträge steuerfrei sind, 2.000 Euro für Verheiratete (in DE). Dividenden, Zinsen und realisierte Kursgewinne zählen dazu. Um ihn zu nutzen muss ein Freistellungsauftrag beim Broker gestellt werden.
Sparplan
Eine automatische regelmäßige Investition in einen ETF oder eine Aktie. Zum Beispiel jeden Monat 50 Euro in den ACWI IMI. Sparpläne nutzen den Cost-Average-Effekt: Bei niedrigen Kursen kauft man mehr Anteile, bei hohen weniger.
Spread
Die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Verkaufspreis eines Wertpapiers. Der Spread ist ein versteckter Kostenfaktor beim Handel. Bei liquiden ETFs wie dem ACWI IMI ist er gering, bei illiquiden Produkten kann er erheblich sein.
T
TER
Total Expense Ratio, die Gesamtkostenquote eines ETFs oder Fonds. Gibt an welcher Prozentsatz des investierten Kapitals jährlich als Kosten anfällt. Ein ETF mit TER von 0,20% kostet 20 Euro pro Jahr bei 10.000 Euro investiertem Kapital. Je niedriger desto besser.
Thesaurierend
Ein ETF der erhaltene Dividenden automatisch wieder anlegt statt sie auszuschütten. Gegenteil ist ausschüttend. Thesaurierende ETFs profitieren stärker vom Zinseszinseffekt sind aber steuerlich etwas komplexer durch die Vorabpauschale. Der Amundi MSCI World SRI Climate Net Zero Ambition PAB ETF ist zum Beispiel thesaurierend.
V
Volatilität
Die Schwankungsbreite eines Wertpapiers. Hohe Volatilität bedeutet starke Kursschwankungen nach oben und unten. Aktien sind volatiler als Anleihen, einzelne Aktien volatiler als ETFs. Volatilität ist nicht dasselbe wie Risiko, aber ein Maß dafür wie unruhig die Fahrt wird.
Vorabpauschale
Eine jährliche Steuer auf thesaurierende ETFs die auch dann anfällt wenn man nichts verkauft hat. Wird automatisch vom Broker abgeführt sofern genug Cashbestand vorhanden ist. Klingt komplizierter als es ist.
W
WKN
Wertpapierkennnummer. Die deutsche Kennnummer für Wertpapiere, sechsstellig. Wurde international von der ISIN abgelöst, wird in Deutschland aber noch häufig verwendet. Beide identifizieren dasselbe Wertpapier.
Z
Zinseszins
Der Effekt bei dem Erträge wieder angelegt werden und selbst Erträge erwirtschaften. Albert Einstein soll ihn das achte Weltwunder genannt haben. Wer früh anfängt zu investieren und Dividenden konsequent reinvestiert profitiert massiv davon über Jahrzehnte.
Mein Weg zum Investieren begann nicht mit einem Börsenbuch – sondern mit Frust. Als ich anfing, die Empfehlungen meines Bankberaters zu hinterfragen, merkte ich: Es geht deutlich besser. Ich komme aus der Werkstatt, nicht aus dem Finanzumfeld – und ich weiß wie es ist, mit einem normalen Gehalt langfristig Vermögen aufzubauen. Hier teile ich was ich gelernt habe.
Keine Anlageberatung. Alle Angaben nach bestem Wissen, ohne Gewähr. Meine Meinung!
Was ist der Unterschied zwischen Aktie und ETF?
Eine Aktie ist ein Anteil an einem einzelnen Unternehmen. Steigt oder fällt dieses Unternehmen hängt dein Investment daran. Ein ETF dagegen bündelt viele Aktien in einem Produkt. Der ACWI IMI zum Beispiel enthält über 5.000 Unternehmen weltweit. Fällt ein einzelnes Unternehmen fällt der ETF kaum. ETFs sind daher für Einsteiger in der Regel die bessere Wahl weil das Risiko automatisch gestreut wird.
Was bedeutet ISIN und warum ist sie wichtig?
Die ISIN ist eine zwölfstellige internationale Kennnummer die jedes Wertpapier weltweit eindeutig identifiziert. Viele ETFs haben ähnliche Namen aber unterschiedliche Varianten, zum Beispiel thesaurierend oder ausschüttend, in Euro oder Dollar abgesichert. Wer nur nach dem Namen sucht kauft möglicherweise die falsche Variante. Mit der ISIN ist man auf der sicheren Seite.
Was ist der Unterschied zwischen thesaurierend und ausschüttend?
Ein thesaurierender ETF legt erhaltene Dividenden automatisch wieder an. Das Geld bleibt im Fonds und arbeitet weiter. Ein ausschüttender ETF zahlt die Dividenden regelmäßig auf das Konto aus. Thesaurierende ETFs profitieren stärker vom Zinseszinseffekt und sind für den langfristigen Vermögensaufbau oft besser geeignet. Ausschüttende ETFs eignen sich für alle die regelmäßigen Cashflow aus ihrem Depot wollen, zum Beispiel im Rentenalter oder auf dem Weg zur finanziellen Freiheit.