Wer mit einem einzigen ETF die komplette Welt abbilden will kommt an diesem Produkt kaum vorbei. Der SPDR MSCI ACWI IMI ETF ist der einzige ETF in Europa der den MSCI ACWI IMI Index abbildet – und damit Zugang zu 99% der globalen Marktkapitalisierung bietet. Inklusive Small Caps.

Alles Folgende ist keine Anlageberatung sondern nur meine persönliche Meinung. Alle Angaben ohne Gewähr.

Was ist der MSCI ACWI IMI Index?

IMI steht für Investable Market Index. Das bedeutet: Nicht nur Large und Mid Caps wie beim klassischen MSCI World oder MSCI ACWI – sondern auch Small Caps. Der Index enthält rund 9.000 Wertpapiere aus 23 Industrie- und 24 Schwellenländern und deckt damit 99% der globalen Marktkapitalisierung ab.

Auf diesen Index gibt es in Europa genau einen ETF – und den schauen wir uns heute an.

Kurze Anmerkung zum Namen: Der Fonds hat sich seit der ursprünglichen Analyse zweimal umbenannt. Bis Januar 2025 hieß er SPDR MSCI ACWI IMI UCITS ETF. Bis Februar 2026 SPDR MSCI All Country World Investable Market UCITS ETF. Aktuell heißt er State Street SPDR MSCI All Country World Investable Market UCITS ETF. Die ISIN ist gleich geblieben – IE00B3YLTY66.

MSCI ACWI IMI ETF: Die Eckdaten (Stand: April 2026)

Ein ETF der seinen Index leicht schlägt ist keine Selbstverständlichkeit. Die negative Tracking Difference bedeutet dass der Fonds nach Kosten sogar etwas besser abgeschnitten hat als der Index den er abbildet. Das liegt vor allem an Wertpapierleihe-Erträgen die dem Fonds zugutekommen.

Außerdem gab es im Februar 2026 einen Aktiensplit im Verhältnis 25:1 – der Kurs wurde durch 25 geteilt, die Anzahl der Anteile entsprechend erhöht. Das ändert am wirtschaftlichen Wert der Anlage nichts aber erklärt warum der Kurs plötzlich deutlich niedriger aussieht als zuvor.

Optimiertes Sampling – warum nicht alle 8.000 Titel im ETF stecken

9.000 Titel im Index – aber nur rund 4.500 im ETF. Das klingt zunächst nach einem Nachteil. Ist es aber nicht.

Der Grund ist simpel: Es wäre extrem teuer und ineffizient alle Titel des Index tatsächlich zu kaufen. Die meisten kleineren Positionen – vor allem viele Small Caps – machen nur Bruchteile eines Prozents des Index aus. Ihr Einfluss auf die Gesamtentwicklung ist verschwindend gering. Das optimierte Sampling kauft die relevantesten Titel so dass die Indexentwicklung bestmöglich nachgebildet wird – bei deutlich geringeren Transaktionskosten.

Das Ergebnis zeigt der Tracking Error von 0,35% über drei Jahre – sehr gering für einen ETF dieser Größe und Breite.

Zusammensetzung – was steckt wirklich drin?

Die detaillierten Länder- und Sektorendaten stammen vom offiziellen SSGA Factsheet, Stand März 2026. Für die genaue aktuelle Zusammensetzung empfehle ich einen Blick auf JustETF oder ExtraETF – die Daten ändern sich mit jedem Rebalancing.

Länder: Die USA sind mit Abstand am stärksten vertreten – aber mit deutlich unter 60% weniger dominant als im klassischen MSCI World der regelmäßig über 65-70% USA-Anteil kommt. Japan, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Indien und weitere Länder machen den Rest aus. 23 Industrieländer und 24 Schwellenländer sind vertreten.

Sektoren: Alle wichtigen Branchen sind vertreten – Technologie führt, gefolgt von Finanzen, Gesundheitswesen, Industrie und Konsumgütern. Durch die Aufnahme von Small Caps und Schwellenländern ist die Sektorverteilung etwas ausgewogener als beim MSCI World.

Top 10: Die größten Einzelpositionen machen rund 19-20% des ETFs aus – weniger als beim klassischen MSCI World wo die Top 10 oft über 20-22% ausmachen. Das ist ein echter Diversifikationsvorteil des breiteren Ansatzes.

Performance

Die Zahlen aus dem offiziellen Factsheet (Stand: 28. Februar 2026, in USD):

2025 war mit +22,20% ein sehr gutes Jahr. 2022 mit -17,52% das schlechteste Jahr seit Auflage – was die normale Volatilität eines breit gestreuten Aktien-ETFs zeigt.

Der klassische MSCI World hat in den vergangenen Jahren etwas besser abgeschnitten – was nicht überrascht da die USA in diesem Zeitraum alles outperformt haben und der MSCI World stärker auf US-Titel konzentriert ist. Ob das so bleibt weiß niemand.

ACWI IMI vs. MSCI World vs. ACWI – was ist der Unterschied?

Das ist die häufigste Frage zu diesem ETF.

MSCI World – nur Industrieländer, nur Large und Mid Caps, rund 1.400 Titel. Sehr USA-lastig.

MSCI ACWI – Industrie- und Schwellenländer, nur Large und Mid Caps, rund 2.500 Titel. Etwas breiter als der MSCI World.

MSCI ACWI IMI – Industrie- und Schwellenländer, Large, Mid und Small Caps, rund 9.000 Titel. Die breiteste Abdeckung. Etwas geringere USA-Gewichtung durch Small Caps und Schwellenländer.

Der Unterschied in der historischen Performance ist gering. Wer maximale Diversifikation will und sich keine Gedanken über fehlende Small Caps oder Schwellenländer machen will ist mit dem ACWI IMI gut bedient. Wer einen einfacheren ETF mit längerer Geschichte sucht findet beim MSCI World oder ACWI ebenso solide Optionen.

Für wen eignet sich dieser ETF?

Der SPDR MSCI ACWI IMI ist ein sehr solider Basis-ETF für alle die mit einem einzigen Produkt wirklich die gesamte Welt abdecken wollen – inklusive Small Caps und Schwellenländer. Die TER von 0,17% ist für diese Breite wettbewerbsfähig, die negative Tracking Difference ist ein echtes Plus.

Wer einen Dividenden-ETF sucht ist hier falsch – der Fonds ist thesaurierend und schüttet nichts aus. Wer aktives Rebalancing oder Sektor-Übergewichtung plant nutzt ihn als Basis und ergänzt ihn durch weitere ETFs.


Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung sondern nur meine eigene Meinung. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Entwicklungen. Stand April 2026