Entnahmeplan im Ruhestand: Irgendwann kommt der Moment wo das Depot nicht mehr wächst sondern schrumpfen soll. Jahrelang hast du angespart, investiert, auf den Zinseszins vertraut. Jetzt dreht sich die Richtung um. Das klingt einfacher als es ist – denn die Entnahmephase ist komplexer als die Ansparphase. Hier können Fehler teuer werden. Nicht weil das Geld weg ist sondern weil es zu früh weg ist.

Dieser Artikel legt die Grundlage für alles was danach kommt. Wer verstehen will wie ein Entnahmeplan mit oder ohne Kapitalverzehr funktioniert, was das 3-Töpfe-Modell ist und wie man Dividenden als Einkommensquelle im Ruhestand nutzt – der sollte hier anfangen.

Das deutsche Rentensystem – die unbequeme Wahrheit

Ich sage das ohne Freude aber jemand muss es aussprechen: Das deutsche Rentensystem ist strukturell kaputt. Und das ist seit Jahrzehnten bekannt. Es wird diskutiert, es wird reformiert, es wird versprochen – aber an der grundlegenden Mathematik hat sich nichts geändert.

Das Umlageverfahren funktioniert nach einem simplen Prinzip: Die heutigen Arbeitnehmer finanzieren die heutigen Rentner. 1962 kamen auf einen Rentner sechs Beitragszahler. Heute sind es 2,1. In den nächsten 15 Jahren gehen 12,9 Millionen Babyboomer in Rente – die Nachfolger die einzahlen sollen gibt es nicht in ausreichender Zahl.

Im Bundeshaushalt 2026 fließt laut ifo-Institut ein Drittel aller Steuereinnahmen in die Rentenversicherung. Ein Drittel. Für eine einzige Sozialleistung. Und es wird mehr werden.

Das Ergebnis: Das Rentenniveau sinkt. Wer heute 45 ist wird im Ruhestand deutlich weniger aus der gesetzlichen Rente bekommen als die Generation seiner Eltern – relativ zum letzten Einkommen. Auf dem Rentenbescheid steht schwarz auf weiß dass die Leistungen nicht ausreichen werden. Das ist kein Alarmismus – das ist amtliche Information.

Meine persönliche Schlussfolgerung: Wer sich auf die gesetzliche Rente als alleinige Einkommensquelle verlässt macht einen Fehler. Nicht weil das System morgen zusammenbricht – sondern weil es strukturell nicht ausreicht. Private Vorsorge ist keine Option sondern Notwendigkeit.

Private Altersvorsorge – was wirklich funktioniert und was nicht

Wenn die gesetzliche Rente nicht reicht stellt sich die Frage: Was dann? Der Markt hat eine Vielzahl von Antworten – nicht alle davon gut.

ETFs – meine klare Empfehlung

Ich halte ETF-basierte Altersvorsorge für die beste Methode für die meisten Menschen. Niedrige Kosten, breite Diversifikation, Transparenz, Flexibilität. Wer über Jahrzehnte regelmäßig in einen breit diversifizierten ETF investiert und die Kosten niedrig hält hat historisch sehr gute Ergebnisse erzielt.

Der Haken – und den muss man ehrlich benennen: Es erfordert Disziplin. Disziplin in der Ansparphase nicht alles auszugeben wenn die Märkte gut laufen. Disziplin in der Entnahmephase nicht zu viel zu entnehmen wenn die Märkte schlecht laufen. Wer diese Disziplin nicht aufbringen kann oder will ist mit einem automatisierten Produkt besser bedient.

Versicherungsprodukte – kritisch aber nicht pauschal schlecht

Rentenversicherungen, fondsgebundene Lebensversicherungen, Riester, Rürup – der Markt ist voll davon. Meine grundsätzliche Skepsis: Die Kosten dieser Produkte fressen häufig die Steuervorteile auf. Was auf dem Papier nach einem attraktiven steuerlichen Vorteil aussieht ist nach Abzug von Abschlusskosten, Verwaltungskosten und Fondskosten oft weniger attraktiv als ein simpler ETF-Sparplan.

Es gibt Ausnahmen. Altverträge aus den 1990er Jahren mit garantierten Zinsen von 3,5-4% sind echte Schätze die man nicht kündigen sollte. Und es gibt Konstellationen wo eine Rentenversicherung steuerlich oder in der Nachfolgeplanung sinnvoll ist.

Die betriebliche Altersvorsorge ist häufig sinnvoll – besonders wenn der Arbeitgeber etwas dazugibt. Aber auch hier gilt: Die Details machen den Unterschied. Welches Produkt steckt drin, wie hoch sind die Kosten, was passiert bei Jobwechsel?

Meine klare Empfehlung: Lass das von einem wirklich unabhängigen Experten prüfen – nicht von jemandem der Provision bekommt wenn er dir etwas verkauft.

Die Risiken der Entnahmephase – was du kennen musst

Wer anfängt sein Depot zu entnehmen begegnet Risiken die in der Ansparphase keine Rolle spielten. Fünf davon sind entscheidend.

Sequenzrisiko – das unterschätzte Risiko

Das Sequenzrisiko – auch Renditereihenfolgerisiko genannt – ist eines der gefährlichsten Konzepte die kaum jemand kennt. Das Prinzip: Wenn der Markt kurz nach Rentenbeginn stark fällt ist das deutlich schlimmer als wenn er in der Mitte oder am Ende der Entnahmephase fällt.

Ein Beispiel: Du hast 500.000 Euro und entnimmst 20.000 Euro jährlich. Im ersten Jahr fällt der Markt 30% – dein Depot ist plötzlich 330.000 Euro wert, du entnimmst aber trotzdem 20.000. Jetzt musst du mit 310.000 Euro die gleiche jährliche Entnahme stemmen. Der Puffer ist weg. Das Depot erholt sich vielleicht – aber du hast in der Delle zu viel entnommen und damit dauerhaft Schaden angerichtet.

Das bedeutet: Wer kurz vor oder nach Rentenbeginn einen starken Markteinbruch erlebt hat ein strukturelles Problem. Die Reihenfolge der Renditen bestimmt das Ergebnis – nicht nur der Durchschnitt.

Langlebigkeitsrisiko – was wenn das Geld vor dem Tod ausgeht

Die Lebenserwartung steigt. Ein 65-jähriger Mann lebt statistisch noch 18 Jahre, eine Frau noch 21 Jahre. Klingt überschaubar – aber das sind Durchschnittswerte. Gerd Kommer weist in seinem Buch „Souverän Investieren vor und im Ruhestand“ darauf hin dass die Wahrscheinlichkeit deutlich älter zu werden als der Durchschnitt bei rund 10% liegt. Wer Pech hat – oder Glück, je nach Perspektive – wird 95 oder 100. Wer mit einem Entnahmeplan für 20 Jahre plant und 30 lebt hat ein ernstes Problem.

Das Langlebigkeitsrisiko ist das Risiko das Geld zu überleben. Es ist kein abstraktes Risiko – es ist eines der realistischsten Probleme im Ruhestand. Besonders wer auf Kapitalverzehr setzt muss das ehrlich durchrechnen.

Welchen Lebensstandard kann ich mir leisten?

Das ist die Frage die sich kaum jemand rechtzeitig stellt. Viele gehen in Rente mit einer vagen Vorstellung was sie brauchen – und merken erst dann dass die Rechnung nicht aufgeht.

Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme: Was kostet mein Leben wirklich? Miete oder Eigenheim, Lebensmittel, Mobilität, Reisen, Gesundheit – und ein realistischer Puffer für unvorhergesehene Ausgaben. Viele unterschätzen besonders die Gesundheitskosten im Alter.

Der zweite Schritt ist die Gegenüberstellung: Was kommt rein? Gesetzliche Rente, Betriebsrente, Mieteinnahmen, Depot-Entnahme, Dividenden. Was bleibt nach Steuern übrig?

Eine grobe Faustformel: Im Ruhestand brauchen die meisten Menschen 70-80% ihres letzten Nettoeinkommens um den gewohnten Lebensstandard zu halten – Tendenz steigend je älter man wird wegen höherer Gesundheitskosten.

Wichtig: Diese Berechnung muss Inflation berücksichtigen. Was heute 3.000 Euro im Monat kostet kostet in 20 Jahren bei 3% Inflation rund 5.400 Euro. Wer das nicht einplant läuft in eine Falle.

Unser Entnahmeplan-Rechner → hilft dir das konkret durchzurechnen.

Inflationsrisiko – die schleichende Enteignung

Inflation ist der stille Feind des Ruhestands. Bei 3% Inflation halbiert sich die Kaufkraft in 24 Jahren. Wer mit 65 in Rente geht und 89 wird erlebt genau das – er kann sich mit demselben Geldbetrag nur noch halb so viel leisten wie zu Beginn.

Das bedeutet: Eine Entnahme die heute ausreicht reicht in 20 Jahren nicht mehr. Wer das nicht einplant läuft in eine Falle. Ein guter Entnahmeplan berücksichtigt Inflation und passt die Entnahme entsprechend an – oder investiert so dass das Portfolio real wächst.

Wie sich Inflation konkret auf deine Entnahme auswirkt kannst du in unserem Inflations-Rechner → selbst durchrechnen.

Steuerliche Behandlung der Entnahme

Auch in der Entnahmephase zahlt man Steuern – das vergessen viele. Kursgewinne bei Verkäufen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag. Bei ETFs gilt die Teilfreistellung – 30% der Gewinne sind steuerfrei, effektiv zahlt man also auf 70% der Gewinne Abgeltungsteuer. Mehr dazu im Artikel Teilfreistellung.

Wer im Ausland lebt hat andere Regeln – mehr dazu im Artikel Auswandern als Rentner – was wirklich wichtig ist.

Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person gilt auch in der Entnahmephase – wer ihn nicht vollständig ausschöpft verschenkt Geld.

Depot-Struktur in der Entnahmephase

Wer in der Ansparphase alles in einen ETF gesteckt hat muss in der Entnahmephase neu denken. Das Depot braucht eine andere Struktur.

Die wichtigste Frage: Wie viel Liquidität brauche ich kurzfristig? Wer 24.000 Euro im Jahr entnimmt sollte nicht gezwungen sein Aktien-ETFs in einem Crashjahr zu verkaufen. Ein Puffer von ein bis zwei Jahren Entnahme in Tagesgeld oder kurzlaufenden Anleihen gibt die nötige Flexibilität.

Das ermöglicht es in schlechten Börsenjahren aus dem Puffer zu leben statt ETF-Anteile mit Verlust zu verkaufen – und damit das Sequenzrisiko zu entschärfen.

Diversifikation bleibt auch in der Entnahmephase entscheidend

Was in der Ansparphase gilt gilt auch in der Entnahmephase: Nicht alles auf eine Karte setzen. Ein konzentriertes Portfolio in wenigen Einzelaktien oder einem einzigen Sektor trägt in der Entnahmephase ein enormes Risiko – ein Totalausfall einer Position trifft dich nicht nur als Buchverlust sondern als realer Einkommensverlust.

Wer in der Ansparphase auf breite ETFs gesetzt hat ist hier gut aufgestellt. Wer Einzelaktien hält sollte prüfen ob die Konzentration noch vertretbar ist. Und wer auf Dividendenaktien setzt sollte sicherstellen dass die Ausschüttungen aus verschiedenen Ländern, Sektoren und Währungen kommen – ein diversifiziertes Dividendeneinkommen ist stabiler als eines das von drei Unternehmen abhängt.

Rebalancing in der Entnahmephase

Rebalancing – also die Rückkehr zur ursprünglichen Zielallokation – bleibt auch in der Entnahmephase wichtig. Mit einem entscheidenden Unterschied: Statt Geld nachzukaufen kann man Rebalancing durch die Entnahme steuern. Wer entnehmen muss verkauft zuerst die Anlageklasse die übergewichtet ist.

Das klingt technisch – ist in der Praxis aber einer der wichtigsten Mechanismen um das Portfolio langfristig stabil zu halten.

Ein Rebalancing kannst du mit unserem Rebalancing-Rechner → simulieren.

Wie viel Kapital brauche ich wirklich?

Die Faustregel die am häufigsten verwendet wird: Das 25-fache des jährlichen Entnahmebetrags. Wer 24.000 Euro im Jahr entnehmen will braucht 600.000 Euro – das entspricht der 4%-Regel. Mehr dazu im Artikel [Die 4%-Regel – was steckt wirklich dahinter – Link einfügen].

Das ist eine Faustformel, keine Garantie. Wer früher in Rente geht braucht mehr Puffer. Wer Kapitalverzehr akzeptiert kommt mit weniger aus. Wer von Dividenden leben will braucht ein anderes Rechenmodell.

Unser Entnahmeplan-Rechner → und der FIRE-Rechner → helfen dir das für deine individuelle Situation durchzurechnen.

Was als nächstes kommt

Dieser Artikel hat die Grundlagen gelegt. Jetzt geht es in die Tiefe:

Wer bereit ist Kapital zu verzehren und wissen will wie das konkret funktioniert: Entnahmeplan mit Kapitalverzehr – wie lange reicht dein Geld

Wer das Kapital erhalten will und von Erträgen leben möchte: Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr – wie du von Dividenden und Ausschüttungen lebst

Wer einen strukturierten Ansatz mit drei verschiedenen Töpfen sucht: Das 3-Töpfe-Modell – sicher durch die Entnahmephase

Für alle die tiefer einsteigen wollen: Auf ehrlich-investieren.de biete ich persönliche Strategiegespräche an.

Leseempfehlungen

Gute Bücher zum Thema Entnahme & Ruhestand

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Philipp Schilke
Philipp Schilke
Mechaniker · Finanzanlagefachmann (IHK) · Gründer Bullish TV

Mein Weg zum Investieren begann nicht mit einem Börsenbuch – sondern mit Frust. Als ich anfing, die Empfehlungen meines Bankberaters zu hinterfragen, merkte ich: Es geht deutlich besser. Ich komme aus der Werkstatt, nicht aus dem Finanzumfeld – und ich weiß wie es ist, mit einem normalen Gehalt langfristig Vermögen aufzubauen. Hier teile ich was ich gelernt habe.

Alles in diesem Artikel ist meine persönliche Meinung und keine Anlageberatung oder Handlungsempfehlung. Bitte konsultiere für deine individuelle Situation einen Fachmann. Alle Angaben ohne Gewähr. Einige Links sind Affiliate-Links *.

ifo-Institut – Rentenversicherung und Steuereinnahmen 2026 ifo.de

destatis.de – Erwerbspersonen und Renteneintritt (Stand: August 2022) destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2022/08/PD22_330_13.html

demografie-portal.de – Altersrentner und Beitragszahler demografie-portal.de/DE/Fakten/altersrentner-beitragszahler.html

finanztip.de – Entnahmeplan und 4%-Regel finanztip.de/entnahmeplan/

kommer-invest.de – Souverän Investieren vor und im Ruhestand kommer-invest.de

Was ist ein Entnahmeplan?

Ein Entnahmeplan ist eine Strategie mit der du in der Ruhestandsphase systematisch Geld aus deinem Depot entnimmst. Du legst fest wie viel du monatlich oder jährlich entnimmst, wie lange das Kapital reichen soll und ob du das Kapital vollständig aufbrauchst oder erhalten möchtest. Ein guter Entnahmeplan berücksichtigt Inflation, Steuern, Sequenzrisiko und Langlebigkeitsrisiko.

Was bedeutet Kapitalverzehr beim Entnahmeplan?

Kapitalverzehr bedeutet dass du nicht nur die Erträge deines Depots entnimmst sondern auch das angesparte Kapital selbst aufbrauchst. Am Ende der Laufzeit ist das Depot aufgebraucht – dafür kannst du von Beginn an mehr entnehmen. Das Gegenteil ist der Entnahmeplan ohne Kapitalverzehr wo nur Zinsen, Dividenden und Kursgewinne entnommen werden und das Kapital erhalten bleibt.

Wie funktioniert ein Entnahmeplan-Rechner?

Ein Entnahmeplan-Rechner zeigt dir wie lange dein Kapital bei einer bestimmten monatlichen Entnahme reicht. Du gibst Startkapital, monatliche Entnahme, erwartete Rendite und optional Inflation ein – der Rechner zeigt dir dann ob und wann das Kapital aufgebraucht ist. Unseren kostenlosen Entnahmeplan-Rechner findest du hier: bewusst-investieren.de/tools-rechner/

Was ist der Unterschied zwischen Verrentung und Entnahmeplan?

Bei der Verrentung gibst du dein Kapital an eine Versicherung ab und bekommst dafür eine lebenslange monatliche Rente – unabhängig davon wie lange du lebst. Beim Entnahmeplan behältst du die Kontrolle über dein Kapital und entnimmst selbst. Die Verrentung schützt vor dem Langlebigkeitsrisiko, kostet aber Flexibilität und oft erhebliche Gebühren. Ein Verrentungsrechner hilft dir beide Optionen zu vergleichen.

Was ist das Sequenzrisiko und warum ist es so wichtig?

Das Sequenzrisiko beschreibt die Gefahr dass ein starker Kurseinbruch kurz nach Rentenbeginn dein Depot dauerhaft schädigt. Wer in einem Crashjahr trotzdem entnehmen muss verkauft Anteile zu niedrigen Kursen – das Depot erholt sich zwar, aber der Schaden durch die zu günstigen Verkäufe bleibt. Ein Liquiditätspuffer von ein bis zwei Jahren Entnahme in Tagesgeld oder kurzlaufenden Anleihen entschärft dieses Risiko erheblich.

Was ist Kapitalentnahme und wie wird sie besteuert?

Kapitalentnahme bedeutet den Verkauf von Wertpapieren aus dem Depot um davon zu leben. Die dabei realisierten Kursgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25% plus Solidaritätszuschlag. Bei ETFs gilt die Teilfreistellung – 30% der Gewinne sind steuerfrei, effektiv zahlt man also auf 70% der Gewinne Steuer. Der Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person gilt auch in der Entnahmephase und sollte vollständig ausgeschöpft werden.

Wie viel Kapital brauche ich für den Ruhestand?

Die gängige Faustformel ist das 25-fache des jährlichen Bedarfs – das entspricht der 4%-Regel. Wer 24.000 Euro im Jahr benötigt braucht demnach 600.000 Euro. Das ist eine Orientierung, keine Garantie. Wer früh in Rente geht, Kapitalverzehr ausschließt oder eine lange Lebenserwartung hat braucht mehr Puffer. Unser FIRE-Rechner hilft dir das individuell durchzurechnen: bewusst-investieren.de/tools-rechner/

Was bedeutet Rebalancing in der Entnahmephase?

Rebalancing bedeutet die ursprüngliche Gewichtung verschiedener Anlageklassen im Depot wiederherzustellen wenn sie durch Kursbewegungen aus dem Gleichgewicht geraten sind. In der Entnahmephase kann Rebalancing clever über die Entnahme gesteuert werden – wer entnehmen muss verkauft zuerst die übergewichtete Anlageklasse. Das hält das Portfolio stabil ohne zusätzliche Käufe.