ARERO – Der Weltfonds: Es gibt Produkte die man kauft weil man sie kaufen muss. Und es gibt Produkte die man kauft weil sie wirklich gut sind. Der ARERO gehört für mich zur zweiten Kategorie, und das sage ich als jemand der sonst wenig von aktiv verwalteten Fonds hält.

Er war mein erstes Investmentprodukt. Mein erster Sparplan. Und ich halte ihn bis heute in meinem privaten Portfolio.

Eckdaten
ISINLU0360863863
WKNDWS0R4
Auflegung20.10.2008
KategorieMischfonds dynamisch
ErtragsverwendungThesaurierend
Laufende Kosten (TER)0,50% p.a.
Fondsvolumenca. 2,7 Mrd. EUR
Risikoindikator (SRI)3 von 7
EmittentDWS Investment S.A., Luxemburg

Stand: 31.12.2025, Quelle: DWS

Was steckt hinter dem Namen?

ARERO steht für Aktien, REnten, ROhstoffe, die drei Anlageklassen die der Fonds kombiniert. Die Aufteilung ist fix und wissenschaftlich begründet: 60% Aktien, 25% Renten und 15% Rohstoffe.

Entwickelt wurde das Konzept von Professor Martin Weber von der Universität Mannheim, einem der renommiertesten Finanzforscher Deutschlands. Die Idee dahinter ist simpel: Wer breit streut, schläft besser. Und wer das automatisch macht ohne ständig einzugreifen, macht langfristig weniger Fehler als jemand der ständig umschichtet.

Was macht den ARERO besonders?

Erstens: drei Anlageklassen in einem Produkt. Wer den ARERO kauft hat mit einem einzigen Kauf Aktien aus aller Welt, europäische Staatsanleihen und Rohstoffe im Depot. Kein Aufwand, keine separaten Käufe, keine Frage welche Gewichtung richtig ist.

Zweitens: automatisches Rebalancing. Zweimal im Jahr, jeweils im Mai und November, werden die Anlageklassen automatisch auf ihre ursprüngliche Gewichtung zurückgesetzt. Das passiert ohne dass du etwas tun musst. Wer das selbst machen würde zahlt Ordergebühren und braucht Zeit. Der ARERO macht es für dich.

Drittens: steuerliche Optimierung für Deutsche. Der Fonds ist so konstruiert dass er die steuerliche Teilfreistellung von 30% nutzt, das bedeutet ein Teil der Erträge bleibt steuerfrei. Das klingt technisch, macht aber über die Jahre einen spürbaren Unterschied.

Viertens: faire Kosten. Die laufenden Kosten liegen bei 0,50% pro Jahr. Für einen reinen Welt-ETF ist das teuer. Für einen Fonds der drei Anlageklassen kombiniert, automatisch rebalanciert und steuerlich optimiert ist, fair.

Sind Rohstoffe im Portfolio überhaupt eine gute Idee?

Berechtigte Frage. Rohstoffe kosten Geld, der sogenannte Contango-Effekt kann die Rendite von Rohstoff-Futures belasten wenn Terminpreise dauerhaft über dem Spotpreis liegen. Das ist kein Geheimnis.

Aber Rohstoffe haben eine Eigenschaft die sie im Portfolio wertvoll macht: Sie reagieren oft anders als Aktien. Studien zeigen dass Rohstoff-Futures über längere Zeiträume eine negative Korrelation zu Aktien aufweisen, also tendenziell steigen wenn Aktien fallen. Besonders in Phasen mit hoher Inflation verhalten sich Rohstoffe stark, während Aktien und Anleihen leiden. Das macht sie zu einem echten Diversifikationsbaustein, nicht nur zur Beimischung auf dem Papier.

Auch der Rüstungssektor hat Rohstoffe als Nachfragetreiber neu entdeckt. Was verbraucht und vernichtet wird kommt nicht zurück in den Markt.

Lohnen sich Anleihen überhaupt?

Das ist die Frage die ich mir selbst gestellt habe, und ich bin ein bekannter Anleihen-Kritiker.

Von 2014 bis 2022 lagen die EZB-Leitzinsen im negativen Bereich, der Einlagezins sank bis auf minus 0,5 Prozent. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen rentierten zeitweise unter null. Wer Anleihen hielt zahlte also faktisch dafür dass er dem Staat Geld leiht. Das war absurd.

Trotzdem wäre es falsch Anleihen grundsätzlich abzuschreiben. In einem Portfolio haben sie eine andere Funktion als Aktien oder Rohstoffe. Sie sind kein Renditebringer sondern ein Stabilisator. In Phasen in denen Aktien stark fallen federt der Anleihenanteil die Verluste ab. Das funktioniert nicht immer perfekt, aber es funktioniert oft genug um einen Unterschied zu machen.

Der ARERO hat die Nullzinsphase hinter sich. Heute liegen die Zinsen wieder in einem normalen Bereich und Anleihen liefern wieder echte Erträge. Das verändert die Rechnung.

Warum die Kombination trotzdem Sinn ergibt

Professor Weber hat den ARERO nicht aus dem Bauch heraus zusammengestellt. Das Konzept basiert auf wissenschaftlicher Erkenntnis: Wer nicht nur über Aktien aus aller Welt diversifiziert sondern über verschiedene Anlageklassen insgesamt, ist defensiver aufgestellt. Verluste in einem Bereich werden teilweise durch Gewinne in einem anderen Bereich ausgeglichen.

Das ist kein Geheimnis, aber es ist auch keine Selbstverständlichkeit. Die meisten Einsteiger kaufen einen ETF und denken sie sind diversifiziert. Sie sind es innerhalb der Anlageklasse Aktien. Aber sie haben alles auf eine Karte gesetzt: dass Aktien weltweit steigen. Der ARERO setzt auf drei verschiedene Karten gleichzeitig.

Gibt es den ARERO auch als ESG-Variante?

Ja. Seit 2021 gibt es den ARERO – Der Weltfonds ESG (ISIN: LU2114851830, WKN: DWS26Y). Das Konzept ist dasselbe, 60% Aktien, 25% Renten, 15% Rohstoffe, automatisches Rebalancing, gleiche Kostenstruktur. Der Unterschied liegt in der Aktienauswahl: Unternehmen aus bestimmten Branchen wie Rüstung, Tabak oder fossile Energieträger werden herausgefiltert.

Ich halte persönlich wenig von ESG-Produkten. Nicht weil mir Nachhaltigkeit egal wäre, sondern weil die Umsetzung oft fragwürdig ist. ESG-Kriterien sind nicht einheitlich definiert, jeder Anbieter kocht sein eigenes Süppchen. Was bei einem Fonds als nachhaltig gilt scheidet beim nächsten aus. Greenwashing ist weit verbreitet und schwer nachzuweisen.

Dazu kommt ein grundsätzlicher Gedanke: Unternehmen aus der Energie- oder Rüstungsbranche gehören zur Realwirtschaft. Sie existieren weil es Nachfrage gibt. Wenn Anleger sie meiden drückt das den Aktienkurs und verteuert die Kapitalaufnahme für diese Firmen. Aber es ändert nichts an ihrer Existenz, solange die Nachfrage nach ihren Produkten bleibt.

Wer trotzdem lieber die ESG-Variante wählt, dem sei das unbenommen. Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks und der eigenen Werte. Beide Varianten sind solide Produkte. Ich selbst halte die klassische Version.

Die ehrliche Kritik

Es wäre unehrlich diesen Artikel ohne Kritik zu schreiben.

Seit 2009 hat ein reiner MSCI World ETF rund 640% zugelegt. Der ARERO kommt im gleichen Zeitraum auf rund 247%. Der Unterschied ist deutlich. Das liegt nicht daran dass der ARERO schlecht ist, sondern daran dass Aktien in diesem Zeitraum extrem gut gelaufen sind. Die 25% Anleihen und 15% Rohstoffe haben die Aktienrendite gedämpft. Wer ausschließlich auf maximale Rendite aus ist fährt mit einem reinen MSCI World ETF besser.

Aber darum geht es beim ARERO nicht. Er ist für Menschen die ein solides, diversifiziertes Portfolio wollen ohne sich ständig darum kümmern zu müssen. Das ist ein völlig anderes Ziel.

Dazu kommt: Die feste Aufteilung von 60/25/15 passt nicht für jeden. Wer keine Anleihen will oder Rohstoffe ablehnt sollte sich das zweimal überlegen. Der ARERO lässt sich nicht anpassen, man nimmt ihn so wie er ist.

Für wen ist der ARERO geeignet?

Für Einsteiger die nicht viel Zeit investieren wollen und trotzdem vernünftig aufgestellt sein möchten. Für Menschen die sich über Rebalancing keine Gedanken machen wollen. Für alle die ein einziges Produkt suchen das einfach läuft.

Er hat mich zum Investor gemacht. Und er tut bis heute genau das wofür er gebaut wurde.

Philipp Schilke
Philipp Schilke
Mechaniker · Finanzanlagefachmann (IHK) · Gründer Bullish TV

Mein Weg zum Investieren begann nicht mit einem Börsenbuch – sondern mit Frust. Als ich anfing, die Empfehlungen meines Bankberaters zu hinterfragen, merkte ich: Es geht deutlich besser. Ich komme aus der Werkstatt, nicht aus dem Finanzumfeld – und ich weiß wie es ist, mit einem normalen Gehalt langfristig Vermögen aufzubauen. Hier teile ich was ich gelernt habe.


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Quellen:
fondsweb.com/de/LU0360863863
institutional-money.com/magazin/theorie-praxis/artikel/diversifikation-mit-rohstoffen-1213
dasinvestment.com/warum-rohstoffe-ins-portfolio-gehoeren
wikipedia.org/wiki/Negativzins
ecb.europa.eu/ecb-and-you/explainers/tell-me-more/html/why-negative-interest-rate.de.html

Was ist der ARERO Weltfonds?

Der ARERO Weltfonds ist ein Mischfonds der automatisch in drei Anlageklassen investiert – 60% Aktien, 25% Anleihen und 15% Rohstoffe. Er rebalanciert zweimal jährlich automatisch und ist steuerlich für deutsche Anleger optimiert.

Wie hoch sind die Kosten des ARERO?

Die laufenden Kosten liegen bei 0,50% pro Jahr. Für einen Fonds der drei Anlageklassen kombiniert und automatisch rebalanciert ist das fair – verglichen mit aktiv verwalteten Fonds sogar günstig.

Ist der ARERO besser als ein ETF?

Das kommt auf das Ziel an. Wer maximale Rendite will ist mit einem reinen Aktien-ETF besser beraten. Wer ein breit diversifiziertes Portfolio ohne Aufwand sucht, für den ist der ARERO eine sehr gute Wahl.

Was ist der Unterschied zwischen ARERO und ARERO ESG?

Beide Fonds folgen demselben Konzept mit identischer Aufteilung und Kostenstruktur. Der ESG-Variante fehlen Unternehmen aus bestimmten Branchen wie Rüstung, Tabak oder fossile Energieträger. Welche Version besser passt ist eine persönliche Entscheidung, die Wertentwicklung kann je nach Marktphase abweichen.

Für wen ist der ARERO nicht geeignet?

Wer die Kontrolle über seine Anlageklassen behalten und selbst bestimmen will wie viel er in Aktien, Anleihen oder Rohstoffe investiert, ist mit einem eigenen Portfolio aus ETFs flexibler. Der ARERO lässt sich nicht anpassen, man nimmt ihn so wie er ist.