Das Ticket ist gebucht. Anfang November geht es nach Vietnam. Da Nang.

Ich hätte es noch einen Monat verzögert. Und dann noch einen. Ich leide seit Jahren am One-More-Year-Syndrom. Immer noch ein bisschen mehr absichern, immer noch ein bisschen länger warten. Irgendwann muss man Nägel mit Köpfen machen. Ein fester Termin ist das einzige was dagegen hilft.

Warum Vietnam und nicht der perfekte Spot?

Ehrlich gesagt wäre Vietnam unter rein strategischen Gesichtspunkten nicht meine erste Wahl gewesen. Paraguay bleibt für mich der interessanteste Langzeit-Spot: steuerlich attraktiv, Daueraufenthalt habe ich bereits, politisch stabil, weit weg von geopolitischen Spannungszonen.

Aber von Südamerika nach Asien hin und her zu jetten macht schlicht keinen Sinn. Selbst wenn man in einem der Länder etwas mehr Steuern zahlen würde hätte man das Geld durch günstigere Lebenshaltungskosten und kürzere Wege schnell wieder raus.

Und dann ist da noch meine Freundin in Da Nang. Die Beziehung hat Bestand, es fühlt sich gut an. Mein persönliches Glück mache ich aber nicht an einer Beziehung fest. Aktuell fühlt es sich gut an und das zählt. Wo das hinführt weiß ich nicht und das ist okay.

Die Philippinen: Ausgeschlossen und doch interessant

Ich hatte die Philippinen eigentlich eher ausgeschlossen, aus mehreren Gründen die ich in einem eigenen Artikel erkläre. Und die geopolitische Nähe zu Taiwan ist ein weiterer Faktor der mich beschäftigt.

Die Philippinen liegen in der Luzon Strait, einem strategischen Nadelöhr direkt zwischen Taiwan und dem Südchinesischen Meer. Im Februar 2026 haben die Philippinen gemeinsam mit den USA und Japan Marineübungen genau dort abgehalten. China reagiert auf solche Übungen mit eigenen Manövern. Im August 2026 fanden chinesisch-indonesische Marineübungen östlich von Taiwan statt. Wer die Flaggentheorie ernst nimmt sucht Stabilität, und diese Region ist alles andere als stabil.

Aber ich merke dass ich anfange flexibler zu denken. Vietnam ist steuerlich nicht attraktiv und visumtechnisch komplizierter als viele denken. Wer alle drei Monate ausreist und kurz danach wiederkommt wird irgendwann abgewiesen, ähnlich wie es Thailand erging. Langfristig ist das keine Lösung.

Die Philippinen hingegen haben ein unkompliziertes Visum das bis zu drei Jahre verlängerbar ist, einen Tag raus, dann von vorne. Sie haben ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland was steuerlich vorteilhaft wäre. Ich könnte mir vorstellen Hauptsitz auf den Philippinen zu haben und trotzdem sechs Monate im Jahr in Vietnam zu verbringen. Meine Freundin könnte mich besuchen, ich sie. Das wäre eine machbare Konstruktion für eine Übergangsphase.

Vielleicht ist das Schicksal

Ich bin kein Romantiker wenn es um Finanzen geht. Aber ich glaube daran dass manche Dinge sich ergeben weil sie sich ergeben sollen.

Vietnam war nicht der Plan. Aber vielleicht ist es genau deshalb der richtige nächste Schritt. Sechs Monate Da Nang, jeden Tag einen Artikel, jeden Tag einen Short, jeden Tag ein bisschen mehr aufbauen was langfristig läuft. Blog, YouTube, ehrlich-investieren.de, Dividenden.

Und vielleicht lebe ich nach dem nächsten Winter auch wieder in Deutschland und durchleide ein weiteres One-More-Year-Syndrom. Ich weiß es nicht.

Was ich weiß: Die Welt verändert sich schnell. Wer aufhört flexibel zu sein verliert. Wer sich zu früh festlegt auf den einen perfekten Plan verpasst vielleicht das was wirklich zu ihm passt.

Und noch eine gute Nachricht am Rande: Die Eintragung ins Vermittlerregister läuft. Es kann nur noch eine Frage von Tagen sein. Ein weiterer Baustein der sich fügt.

Ich lasse mich treiben.


Das ist meine persönliche Meinung und dokumentiert meinen eigenen Lebensweg. Keine Empfehlung für irgendjemanden.