
Über 9% jährliche Dividendenrendite, monatliche Ausschüttungen, 100 der dividendenstärksten Unternehmen weltweit – der Global X SuperDividend UCITS ETF klingt verlockend. Ich habe mir den ETF schon früher angeschaut und damals klar gesagt dass er es nicht ins Community Depot schafft. Aber hat sich die Situation verändert? Schauen wir uns das ehrlich an.
Global X SuperDividend ETF – Was steckt drin?
Der ETF bildet den Solactive Global SuperDividend v2 Index nach und investiert in die 100 dividendenstärksten Aktien weltweit – gleichgewichtet, inklusive Schwellenländer. Aufgelegt wurde die UCITS-Version im Februar 2022 in Irland. Die TER beträgt 0,45% pro Jahr, das Fondsvolumen liegt aktuell bei rund 717 Mio. Euro. Für ein derart spezielles Produkt ist das in Ordnung.
Die USA sind mit rund 33% vertreten, gefolgt von Hongkong und China. Bei den Branchen dominieren Immobilien mit fast 40%, gefolgt von Energie mit gut 21%. Aktuell sind 126 Positionen im ETF enthalten.
Die Dividende – Fluch und Segen zugleich
Die aktuelle Ausschüttungsrendite liegt bei rund 9,7%, die Ausschüttung erfolgt monatlich. Das klingt gut. Aber genau hier liegt das Problem das ich schon früher angesprochen habe: Sehr hohe Dividenden sind oft kein Zeichen von Stärke sondern von Schwäche. Unternehmen die 10, 12 oder 15% ausschütten tun das häufig weil sie auf andere Art und Weise keine Investoren anziehen können. Die Dividende kann dann schnell gekürzt werden – oder schlimmer, sie wird aus der Substanz gezahlt.
Was sagen die Zahlen aktuell?
Das ist der interessante Teil – und hier muss ich fair sein. Seit Auflage im Februar 2022 hat der ETF inklusive Ausschüttungen eine Gesamtrendite von rund 0,9% erzielt – das entspricht etwa 0,22% pro Jahr. Das ist objektiv schlecht für einen Zeitraum in dem der Gesamtmarkt deutlich zugelegt hat.
Aber es stimmt auch was du beobachtet hast: Der Kurs hat sich in den letzten rund drei Jahren stabilisiert. Die massive NAV-Erosion die wir beim US-Original SDIV über mehr als 13 Jahre gesehen haben – bis 2023 eine negative Gesamtrendite von 3% pro Jahr inklusive Ausschüttungen – ist bei der UCITS-Version bisher ausgeblieben. Ob das eine strukturelle Verbesserung ist oder einfach Glück durch ein freundliches Marktumfeld, wissen wir ehrlich gesagt noch nicht.
Meine Einschätzung
Der ETF ist kein klares Nein mehr – aber auch kein klares Ja. Für jemanden der Cashflow braucht, einen kurzen Anlagehorizont hat und weiß worauf er sich einlässt, kann er als kleiner Baustein funktionieren. Langfristig bleibt die Grundproblematik bestehen: Der ETF jagt die höchsten Dividenden weltweit – und die höchste Dividende ist meistens kein Qualitätsmerkmal sondern ein Warnsignal.
Der echte Test kommt erst noch. Wie sich der ETF in einem anhaltenden Bärenmarkt verhält wissen wir nicht – die UCITS-Version ist gerade mal vier Jahre alt. Das US-Original hat dabei über mehr als eine Dekade massiv enttäuscht. Ob die neue Version das besser macht, wird uns die nächste Krise zeigen.
Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewähr. Vergangenheitswerte sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.