Rohstoffe sind zurück im Gespräch. Gold erreichte 2025 neue Allzeithochs, Silber legte im gleichen Jahr rund 147% zu, Kupfer kletterte um fast 45%. Der Ruf nach einem Rohstoff-Superzyklus ist lauter geworden – angetrieben durch Energiewende, KI-Infrastruktur und geopolitische Neuordnung. Ob der Superzyklus tatsächlich kommt weiß niemand. Was es aber gibt ist ein ETF der an dieser Entwicklung partizipiert – und der in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Rendite geliefert hat.

Alles Folgende ist keine Anlageberatung sondern nur meine persönliche Meinung. Alle Angaben ohne Gewähr.

VanEck Global Mining ETF

Der VanEck S&P Global Mining UCITS ETF bildet den S&P Global Mining Reduced Coal Index nach. Der Index enthält Unternehmen weltweit deren überwiegende wirtschaftliche Tätigkeit in der Gewinnung von Metallen und Mineralien liegt. Kohle ist bewusst reduziert – daher der Zusatz „Reduced Coal“ im Namen. Die Gewichtung erfolgt nach Marktkapitalisierung angepasst auf den Freefloat – also den frei handelbaren Anteil der Aktien. Sowohl Industrie- als auch Schwellenländer sind enthalten.

Der ETF ist das einzige Produkt in Europa das diesen Index abbildet.

Die Eckdaten (Stand: April 2026)

Ein wichtiger Punkt zur TER: 0,50% ist für einen Sektor-ETF im Rahmen – aber im Vergleich zu einem breiten Welt-ETF deutlich teurer. Die Tracking Difference von +1,20% zeigt außerdem dass der ETF seinen Index im Schnitt um rund 1,2 Prozentpunkte jährlich verfehlt. Das ist bei Sektor-ETFs nicht ungewöhnlich – sollte aber eingepreist werden.

Zusammensetzung – was steckt drin?

Länderverteilung: Kanada führt mit rund 26% – gefolgt von Australien mit etwa 21%. Beide Länder sind für ihre liberale Haltung gegenüber dem Bergbau bekannt und haben günstige regulatorische Rahmenbedingungen. Die USA kommen an dritter Stelle mit knapp unter 20%. Diese Verteilung ist für Anleger die eine Alternative zu US-lastigen Welt-ETFs suchen durchaus interessant.

Regional aufgeteilt: Nordamerika rund 43%, Pazifik rund 21%, Europa rund 19%. Der Rest verteilt sich auf Asien, Lateinamerika und Afrika.

Top 10 Holdings (Stand: April 2026): BHP Billiton, Newmont, Agnico Eagle Mines, Rio Tinto, Freeport-McMoRan, Glencore, Barrick Mining, Wheaton Precious Metals, Valero Energy und Anglo American. Die Top 10 machen rund 43% des ETFs aus – bei 154 Positionen insgesamt.

Im Vergleich zur ursprünglichen Analyse hat sich die Zusammensetzung verändert. Auffällig: Goldminen-Unternehmen wie Newmont, Agnico Eagle, Barrick und Wheaton Precious Metals sind nun stärker vertreten – was die starke Performance von Gold in den letzten Jahren widerspiegelt. Freeport-McMoRan als wichtigster Kupferproduzent ist ebenfalls prominent dabei.

Sektoren: Basismetalle wie Kupfer, Eisenerz und Nickel machen den größten Teil aus – ergänzt durch Edelmetalle wie Gold und Silber. Der ETF ist damit ein breiter Play auf Industriemetalle und Edelmetalle gleichzeitig – kein reiner Goldminen-ETF.

Performance – was hat der ETF geliefert?

Die Zahlen sind beeindruckend – mit einem wichtigen Vorbehalt:

Diese Zahlen stammen aus dem ersten Quartal 2026 – einem Zeitraum in dem Rohstoffe und besonders Goldminen außergewöhnlich stark gelaufen sind. Gold hat 2025 neue Allzeithochs markiert, Silber hat sich mehr als verdoppelt. Diese außergewöhnliche Performance ist im Kurs des ETFs eingepreist.

Was man wissen muss: Diese Zahlen sind ein Spiegelbild des Rohstoff-Bullenmarkts der letzten Jahre. Die Volatilität ist mit rund 30% deutlich höher als bei einem breiten Welt-ETF. Der maximale Drawdown über ein Jahr lag zuletzt bei -17% – und historisch waren die Rücksetzer in diesem Sektor noch deutlich tiefer. 2022 war ein Ausnahme-Jahr in dem der ETF den Welt-Index klar geschlagen hat – ansonsten hatte ein breiter MSCI World über lange Zeiträume die Nase vorn.

Was treibt den Rohstoffpreis – und was spricht für Minen?

Es gibt strukturelle Argumente die langfristig für den Sektor sprechen – aber auch echte Risiken.

Für Rohstoffe und Minen:

Die Energiewende braucht Metalle in industriellen Mengen. Ein Elektroauto benötigt drei bis viermal so viel Kupfer wie ein Verbrenner. Windturbinen, Solaranlagen, Batteriespeicher und KI-Rechenzentren – all das verbraucht Kupfer, Nickel, Lithium und seltene Erden in Mengen die die aktuelle Produktion kaum decken kann.

Das entscheidende strukturelle Argument: Es dauert extrem lange neue Minen zu erschließen. Von der Entdeckung eines Vorkommens bis zur ersten Produktion vergehen oft 10 bis 20 Jahre. Das bedeutet dass selbst wenn die Nachfrage stark steigt das Angebot nicht kurzfristig nachziehen kann – was die Preise stützt.

Geopolitik spielt ebenfalls eine Rolle. Rohstoffe werden als strategische Assets behandelt. Länder und Unternehmen wollen ihre Lieferketten diversifizieren – weg von Abhängigkeiten gegenüber einzelnen Produzenten.

Gegen Rohstoffe und Minen:

Hohe Volatilität – Rohstoffpreise schwanken stark und hängen von geopolitischen Ereignissen, Konjunkturzyklen und manchmal schlicht vom Wetter ab. Historisch gesehen haben Rohstoffe langfristig schlechter abgeschnitten als ein breiter Aktienmarkt.

Die Betriebe sind kapitalintensiv und operativ komplex. Politische Risiken in Förderländern – Namibia, Peru, Chile, Indonesien – sind real. Und wer auf einen Superzyklus wettet kann auch falsch liegen.

Meine Einschätzung

Der VanEck Global Mining ETF ist kein Produkt für das Basisportfolio. Er ist eine Sektorwette – und das mit voller Konsequenz. Die Volatilität ist deutlich höher als bei einem Welt-ETF, die Abhängigkeit von einem einzigen Sektor ist real.

Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio finde ich die Argumente interessant. Die strukturelle Nachfrage nach Metallen für die Energiewende und KI-Infrastruktur ist real. Das Angebotsdefizit bei bestimmten Rohstoffen ist dokumentiert. Und im Vergleich zu Stockpicking in einem derart zyklischen Sektor ist ein diversifizierter ETF mit 154 Positionen klar die bessere Wahl.

Ob die starke Performance der letzten Jahre so weitergeht ist eine andere Frage – die ich nicht beantworten kann. Langfristig bleibe ich vorsichtig optimistisch für den Sektor.


Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Anlageberatung. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Entwicklungen. Investitionen in Sektorfonds sind mit erhöhtem Risiko verbunden. Nur meine Meinung.