Brutto-Netto-Rechner 2026
Wie viel bleibt von deinem Gehalt wirklich übrig? Trag deine Daten ein und sieh alle Abzüge auf einen Blick.
Aufschlüsselung
Berechnung auf Basis der Steuer- und Sozialversicherungswerte 2026. Diese Berechnung dient der Orientierung – die tatsächlichen Abzüge können je nach individueller Situation abweichen. Für eine verbindliche Auskunft wende dich an deinen Steuerberater. Alle Angaben ohne Gewährleistung.
Brutto, Netto und alles dazwischen – was du wissen musst
Brutto klingt gut. Was auf dem Konto landet ist eine andere Geschichte. Im Schnitt gehen in Deutschland 35–40% des Bruttogehalts für Steuern und Sozialabgaben drauf. Wer versteht wie sich das zusammensetzt, kann besser planen – bei Gehaltsverhandlungen, beim Jobwechsel oder wenn es um die Frage geht: Lohnt sich mehr Brutto überhaupt?
So setzt sich dein Nettogehalt zusammen
Vom Bruttogehalt werden zwei Arten von Abzügen einbehalten: Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Zusammen machen sie bei den meisten Arbeitnehmern 35 bis 42 Prozent des Bruttos aus.
| Abzug | Beitragssatz 2026 | Wer zahlt | Bemessungsgrundlage |
|---|---|---|---|
| Lohnsteuer | 14% – 45% (progressiv) | Arbeitnehmer | Zu versteuerndes Einkommen |
| Solidaritätszuschlag | 5,5% der Lohnsteuer | Arbeitnehmer | Nur ab 20.350€ Lohnsteuer/Jahr |
| Kirchensteuer | 8% (BY/BW) / 9% (andere) | Arbeitnehmer | % der Lohnsteuer |
| Krankenversicherung | 7,3% + Zusatzbeitrag Ø 2,9% | Je zur Hälfte | Bis 69.750€/Jahr |
| Pflegeversicherung | 3,6% gesamt / 4,2% kinderlos (ab 23J.) | Je zur Hälfte* (Zuschlag kinderlos: nur AN) | Bis 69.750€/Jahr |
| Rentenversicherung | 18,6% | Je zur Hälfte | Bis 101.400€/Jahr |
| Arbeitslosenversicherung | 2,6% | Je zur Hälfte | Bis 101.400€/Jahr |
* Sachsen: Arbeitnehmer zahlen 2,2%, Arbeitgeber 1,2% – historische Ausnahme seit Einführung der Pflegeversicherung 1995.
Was zahlt dein Arbeitgeber zusätzlich?
Was du auf der Gehaltsabrechnung siehst ist nur die halbe Wahrheit. Dein Arbeitgeber zahlt für dich dieselben Sozialversicherungsbeiträge nochmal obendrauf – das nennt sich Lohnnebenkosten. Bei 3.500€ brutto kostet dich der Arbeitgeber also deutlich mehr als 3.500€.
Die Steuerklassen einfach erklärt
Die Steuerklasse bestimmt wie viel Lohnsteuer monatlich vom Gehalt einbehalten wird. Sie ist eine Vorauszahlung – die endgültige Steuer wird erst in der Steuererklärung berechnet. Wer zu viel gezahlt hat bekommt Geld zurück, wer zu wenig gezahlt hat muss nachzahlen.
| Steuerklasse | Für wen? | Besonderheit |
|---|---|---|
| Klasse I | Ledig, geschieden, verwitwet (ohne Kind) | Standard – Grundfreibetrag und Pauschalen berücksichtigt |
| Klasse II | Alleinerziehende | Zusätzlicher Entlastungsbetrag von 4.260€/Jahr – mehr Netto |
| Klasse III | Verheiratet, Hauptverdiener | Günstigste Klasse – Splitting-Vorteil, deutlich weniger Steuer |
| Klasse IV | Verheiratet, ähnliches Einkommen | Wie Klasse I, aber für beide Ehepartner – fair bei gleichem Gehalt |
Was der Rechner berechnet – und was nicht
Dieser Brutto-Netto-Rechner gibt dir eine solide Orientierung für dein Nettogehalt 2026. Er berücksichtigt Lohnsteuer nach dem progressiven Tarif, alle Sozialversicherungsbeiträge, Soli, Kirchensteuer und den GKV-Zusatzbeitrag.
- Steuerklassen V und VI sind nicht enthalten – diese haben eine komplexe eigene Berechnung; für genaue Werte nutze den offiziellen BMF-Rechner
- Midijobs (603€ – 2.000€) haben eine besondere Beitragsformel und werden nicht korrekt abgebildet
- Freibeträge wie Pendlerpauschale oder Werbungskosten über 1.230€ sind nicht eingebaut
- Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Boni werden anders besteuert als laufendes Gehalt
- Betriebliche Altersvorsorge und andere Entgeltumwandlungen sind nicht berücksichtigt
- GKV-Zusatzbeitrag: Der Standardwert von 2,5% ist ein Durchschnitt – dein tatsächlicher Satz steht auf deiner Gehaltsabrechnung oder der Website deiner Krankenkasse
Wie berechnet man das Nettogehalt?
Vom Bruttogehalt werden Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag, ggf. Kirchensteuer sowie die Arbeitnehmeranteile zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Was übrig bleibt ist das Nettogehalt. Die genaue Höhe hängt von Steuerklasse, Einkommen, Kinderzahl und Krankenversicherung ab.
Wie viel Prozent Steuern zahlt man in Deutschland?
Die Lohnsteuer ist progressiv – sie steigt mit dem Einkommen. Auf die ersten 12.348€ im Jahr (Grundfreibetrag 2026) fällt keine Steuer an. Danach steigt der Satz von 14% bis zum Spitzensteuersatz von 42% ab rund 66.761€ zu versteuerndem Einkommen. Dazu kommen Sozialabgaben von rund 20–21% des Bruttos. Insgesamt gehen bei den meisten Arbeitnehmern 35–40% des Bruttogehalts ab.
Was zahlt der Arbeitgeber zusätzlich zum Gehalt?
Der Arbeitgeber zahlt dieselben Sozialversicherungsbeiträge nochmal obendrauf – rund 20–21% des Bruttogehalts. Bei 3.500€ brutto kostet dich der Arbeitgeber also insgesamt rund 4.200€. Diese Lohnnebenkosten sind für Arbeitnehmer unsichtbar aber für Arbeitgeber ein wesentlicher Kostenfaktor.
Welche Steuerklasse ist am günstigsten?
Steuerklasse III ist monatlich die günstigste – sie gilt für den Hauptverdiener in einer Ehe und nutzt den vollen Splitting-Vorteil. Steuerklasse II ist für Alleinerziehende vorteilhaft weil ein Entlastungsbetrag von 4.260€ pro Jahr abgezogen wird. Für Singles ist Klasse I Standard. Wichtig: Die Steuerklasse ist nur eine Vorauszahlung – die echte Steuerlast wird in der Steuererklärung berechnet.
Ab wann zahlt man Kirchensteuer?
Kirchensteuer zahlt wer Mitglied einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft ist – also in Deutschland hauptsächlich der katholischen oder evangelischen Kirche. Der Satz beträgt 9% der Lohnsteuer (in Bayern und Baden-Württemberg 8%). Wer aus der Kirche austritt zahlt keine Kirchensteuer mehr – das spart je nach Einkommen mehrere Hundert Euro pro Jahr.
Was ist der Solidaritätszuschlag und muss ich ihn zahlen?
Der Soli ist ein Zuschlag von 5,5% auf die Lohnsteuer – er wurde ursprünglich zur Finanzierung der deutschen Einheit eingeführt. Seit 2021 zahlen ihn nur noch Gutverdiener: 2026 greift er erst wenn die jährliche Lohnsteuer 20.350€ übersteigt. Das entspricht einem zu versteuernden Einkommen von rund 96.000€. Die meisten Arbeitnehmer zahlen keinen Soli mehr.
Bei Kapitalerträgen – also Dividenden, Kursgewinnen oder Zinsen – sieht es anders aus: Hier fällt der Soli auf die Abgeltungssteuer an, und zwar unabhängig vom Einkommen. Wer Dividenden kassiert zahlt also 25% Abgeltungssteuer + 5,5% Soli darauf = insgesamt 26,375%. Der Sparerpauschbetrag von 1.000€ pro Jahr bleibt steuerfrei – aber darüber hinaus ist der Soli bei Kapitalerträgen für jeden Anleger Realität.
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
Brutto ist dein Gehalt vor allen Abzügen – der Betrag der in deinem Arbeitsvertrag steht. Netto ist was tatsächlich auf deinem Konto landet, nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Je nach Steuerklasse und Einkommen bleiben 60–70% des Bruttos als Netto übrig.
Lohnt sich eine Gehaltserhöhung wegen der Steuerprogression?
Ja – immer. Der häufige Irrglaube ist dass eine Gehaltserhöhung durch höhere Steuern zunichte gemacht wird. Das stimmt so nicht. Die progressive Steuer gilt nur für den Teil des Einkommens der in die nächste Stufe fällt, nicht für das gesamte Gehalt. Von 500€ mehr brutto bleiben dir je nach Einkommen 250–350€ netto – weniger als die vollen 500€, aber immer ein Gewinn.