Wann kannst du in Rente gehen? Nicht mit 67 weil der Staat es so will – sondern dann wenn dein Depot es hergibt. Ob du dann wirklich aufhörst, kürzer trittst oder einfach freier entscheidest bleibt dir überlassen.
FIRE Rechner – Wann kannst du in Rente?
Gib dein Einkommen, deine Ausgaben und dein aktuelles Vermögen ein – der Rechner zeigt dir wann du finanziell frei bist.
Alle Werte real – bereits um die Inflation bereinigt. 5% Rendite bei 2,5% Inflation entspricht ~7,5% nominaler Rendite.
Steuern nicht einberechnet. Keine Anlageberatung – alle Angaben ohne Gewährleistung.
Was zeigt der Rechner – und welche Annahmen trifft er?
Der FIRE-Rechner beantwortet eine einfache Frage: Wie viele Jahre dauert es bis dein Depot groß genug ist um davon zu leben? Dafür simuliert er Jahr für Jahr wie sich dein Vermögen entwickelt – basierend auf deinem Einkommen, deinen Ausgaben, deinem aktuellen Vermögen, der erwarteten Rendite und deiner gewählten Entnahmerate.
Wichtig zu verstehen: Der Rechner arbeitet mit der realen Rendite – also bereits bereinigt um die Inflation. Wenn du 5% eingibst meinst du 5% Kaufkraftgewinn pro Jahr. Das entspricht bei einer historischen Inflation von rund 2,5% einer nominalen Rendite von etwa 7,5% – was grob dem langfristigen Aktienmarktdurchschnitt entspricht. Alle Werte im Rechner sind damit in heutigem Geld zu verstehen.
– Einkommen und Ausgaben bleiben über den gesamten Zeitraum konstant
– Die eingegebene Rendite ist real (nach Inflation) und bleibt konstant
– Steuern auf Kapitalerträge und Entnahmen sind nicht berücksichtigt
– Es gibt keine außerordentlichen Einnahmen oder Ausgaben
– Die gesetzliche Rente ist nicht einberechnet – nur das eigene Depot
Wo liegen die Grenzen?
Der Rechner gibt dir eine solide Orientierung – aber keine Garantie. Märkte schwanken, Ausgaben verändern sich, das Leben macht Pläne zunichte. Wer in einem schlechten Börsenjahr in Rente geht und gleichzeitig entnimmt kann seinen Plan erheblich gefährden – das sogenannte Sequenzrisiko. Außerdem sind Steuern auf Kapitalerträge in Deutschland real und reduzieren die tatsächliche Entnahme. Plane daher immer mit einem Puffer – sowohl beim Zielkapital als auch beim Zeitplan.
Was bedeutet finanzielle Freiheit?
Finanzielle Freiheit bedeutet nicht zwingend dass du nie wieder arbeitest. Es bedeutet dass du es nicht mehr musst. Dass du morgens aufwachst und selbst entscheidest wie du deinen Tag verbringst – nicht weil dein Konto es erlaubt, sondern weil dein Depot für dich arbeitet.
Für die meisten Menschen ist das kein Ziel für mit 35. Es geht darum mit 50, 55 oder 60 die Wahl zu haben – den Job zu wechseln, die Stunden zu reduzieren, früher aufzuhören oder einfach ohne finanzielle Angst zu leben. Diese Freiheit kauft man sich nicht über Nacht. Sie entsteht durch konsequentes Investieren über Jahre – und durch das Verständnis dass Kapital für einen arbeiten kann, wenn man es richtig einsetzt.
Der konkreteste Weg zur finanziellen Freiheit den die letzten Jahrzehnte hervorgebracht haben kommt aus der FIRE-Bewegung. FIRE liefert die Mathematik dahinter.
Was ist die FIRE-Bewegung?
FIRE steht für Financial Independence, Retire Early – also finanzielle Unabhängigkeit und frühzeitiger Ruhestand. Die Bewegung kommt ursprünglich aus den USA, hat sich aber längst weltweit verbreitet. Die Grundidee ist denkbar einfach: Wer konsequent spart, investiert und seine Ausgaben im Blick behält, kann das Hamsterrad deutlich früher verlassen als mit 67.
Ich bin selbst über Umwege dazu gekommen. Als ich meine ersten Dividenden kassiert habe – damals noch kleine Beträge – hat sich etwas verändert. Ich habe gemerkt: Wenn man das mit den richtigen Produkten macht, früh genug anfängt und diszipliniert dabei bleibt, kann man tatsächlich früher in Rente gehen. Nicht mit Mitte 30 wie manche Extrembeispiele im Internet – aber mit etwas Disziplin durchaus mit Anfang 50 oder sogar früher. Das ist kein Traum, das ist Mathematik.
Wie funktioniert FIRE? Die 4%-Regel erklärt
Das Herzstück von FIRE ist die sogenannte 4%-Regel – auch Safe Withdrawal Rate (SWR) genannt. Sie basiert auf der Trinity-Studie aus dem Jahr 1998, in der Forscher untersucht haben wie viel Kapital ein Portfolio über 30 Jahre standhält wenn man jährlich einen festen Prozentsatz entnimmt.
Das Ergebnis: Bei einer Entnahmerate von 4% überlebte das Portfolio in historisch nahezu allen Szenarien – auch durch Crashs, Krisen und Inflationsphasen. Daraus leitet sich die einfache FIRE-Formel ab:
Beispiel: 30.000€ Jahresausgaben ÷ 4% = 750.000€ Zielkapital
Bei 750.000€ kannst du jährlich 30.000€ entnehmen – und das Kapital bleibt langfristig erhalten.
Was bedeutet SWR – Safe Withdrawal Rate?
SWR ist der Prozentsatz den du jährlich aus deinem Depot entnimmst. 4% gilt als die klassische "sichere" Rate – historisch hat ein breit diversifiziertes Aktienportfolio diese Entnahme über 30 Jahre in fast allen Fällen überlebt. Wichtig: Die Rendite des Portfolios muss langfristig höher sein als die Entnahmerate, damit das Kapital nicht aufgebraucht wird.
Was passiert wenn man die Entnahmerate verändert?
Die Entnahmerate hat einen riesigen Einfluss auf das benötigte Zielkapital – und damit auf wie lange du sparen musst. Je niedriger die Rate, desto sicherer die Entnahme, aber desto mehr Kapital brauchst du:
| Entnahmerate | Zielkapital bei 30.000€/Jahr | Historische Basis | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| 3,0% | 1.000.000 € | Sehr konservativ | Sehr langen Ruhestand (40+ Jahre) |
| 3,5% | 857.000 € | Konservativ | Früh-FIRE mit 30-40 Jahren Ruhestand |
| 4,0% | 750.000 € | Etablierter Standard | Standard FIRE, 30 Jahre Ruhestand |
| 4,5% | 667.000 € | Weniger konservativ | Kürzerer Ruhestand oder Nebeneinkommen |
| 5,0% | 600.000 € | Ambitioniert | Nur mit Puffer oder zusätzlicher Rente |
Die verschiedenen FIRE-Varianten
FIRE ist nicht gleich FIRE – je nach Lebensstil und Ziel gibt es verschiedene Ausprägungen. Mathematisch sind sie alle gleich, der Unterschied liegt im Zielkapital:
| Variante | Beschreibung | Typische Jahresausgaben |
|---|---|---|
| Lean FIRE | Minimalistischer Lebensstil, niedrige Ausgaben | unter 25.000 € |
| FIRE | Normaler Lebensstandard, bewusster Konsum | 25.000 – 50.000 € |
| Fat FIRE | Gehobener Lebensstandard ohne Einschränkungen | über 60.000 € |
| Barista FIRE | Kapital deckt Grundausgaben, Teilzeit für Extras | individuell |
| Coast FIRE | Genug investiert – Depot wächst allein zum Ziel | individuell |
Wie realistisch ist FIRE?
FIRE ist kein Geheimrezept und auch keine Garantie. Es gibt ein paar Dinge die man realistisch einplanen sollte: Steuern auf Kapitalerträge (in Deutschland 26,375% Abgeltungssteuer), Inflation, Sequenzrisiken in den ersten Jahren des Ruhestands und unvorhergesehene Ausgaben. Der Rechner oben rechnet mit realen Werten – also bereits inflationsbereinigt. Eine nominale Rendite von 7% bei 2,5% Inflation ergibt eine reale Rendite von etwa 4,5% die du in den Rechner eingeben würdest.
Trotzdem gilt: Wer früh anfängt, konsequent investiert und seine Ausgaben im Griff hat, kann den klassischen Renteneintritt mit 67 deutlich nach vorne verschieben. Nicht für jeden ist das das Ziel – aber die Freiheit zu haben wählen zu können, ist es allemal wert.
Was ist der Unterschied zwischen finanzieller Freiheit und FIRE?
Finanzielle Freiheit ist das Ziel – du musst nicht mehr arbeiten weil dein Kapital für dich arbeitet. FIRE ist der strukturierte Weg dorthin: mit konkreten Zahlen, einer klaren Formel und einem Plan. FIRE gibt der finanziellen Freiheit eine Zahl.
Wie viel Kapital brauche ich für finanzielle Freiheit?
Das hängt von deinen Ausgaben ab, nicht von deinem Einkommen. Die Faustregel: Jahresausgaben mal 25 ergibt dein Zielkapital – das entspricht der 4%-Regel. Wer 30.000€ im Jahr ausgibt braucht 750.000€. Wer 40.000€ ausgibt braucht 1.000.000€. Der Rechner oben macht das für deine Zahlen.
Ist FIRE nur für Gutverdiener?
Nein – FIRE ist eine Frage der Sparquote, nicht des Einkommens. Wer 50% seines Nettos spart kann unabhängig vom Gehalt in etwa 17 Jahren finanziell frei sein. Ein hohes Einkommen beschleunigt den Prozess, ist aber keine Voraussetzung. Entscheidend ist der Abstand zwischen Einnahmen und Ausgaben.
Was ist die 4%-Regel und woher kommt sie?
Die 4%-Regel stammt aus der Trinity-Studie von 1998. Forscher haben historische Marktdaten ausgewertet und festgestellt dass ein Portfolio bei einer jährlichen Entnahme von 4% in nahezu allen historischen Szenarien über 30 Jahre überlebt hat – auch durch Crashs und Krisen. Sie ist keine Garantie, aber die am besten untersuchte Faustregel für nachhaltige Kapitalentnahmen.
Ist die 4%-Regel noch aktuell?
Das wird diskutiert. Manche Experten argumentieren dass bei niedrigeren erwarteten Renditen eher 3% bis 3,5% sicherer sind – besonders wenn der Ruhestand länger als 30 Jahre dauert. Andere sehen die 4%-Regel weiterhin als solide Basis. Ich selbst plane konservativer – aber was für dich passt hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Was ist der Unterschied zwischen FIRE und Coast FIRE?
Bei klassischem FIRE sparst du bis dein Depot groß genug ist um davon zu leben. Bei Coast FIRE sparst du bis dein Depot groß genug ist um ohne weitere Einzahlungen allein auf dein FIRE-Ziel anzuwachsen – du musst dann nur noch deine laufenden Ausgaben decken, aber nichts mehr für die Rente zurücklegen. Coast FIRE ist oft viel früher erreichbar als klassisches FIRE.
Muss ich für FIRE auf alles verzichten?
Nicht zwingend. FIRE bedeutet bewusster Konsum – nicht totale Askese. Der Unterschied zwischen Lean FIRE (minimalistisch) und Fat FIRE (gehobener Standard) ist enorm. Du entscheidest selbst welchen Lebensstandard du im Ruhestand haben willst und planst das Zielkapital entsprechend. Wer 60.000€ im Jahr ausgeben will braucht bei 4% SWR 1,5 Millionen Euro – das ist anspruchsvoll aber nicht unmöglich.
Wie lange dauert es bis zur finanziellen Freiheit?
Das hängt komplett von deiner Sparquote ab. Bei 10% Sparquote dauert es etwa 40 Jahre. Bei 25% etwa 32 Jahre. Bei 50% etwa 17 Jahre. Bei 70% unter 10 Jahre. Die Sparquote ist der wichtigste Hebel – weit wichtiger als die Rendite.