Entnahmeplan-Rechner
Wie lange reicht dein Kapital bei regelmäßiger Entnahme? Gib Vermögen, Entnahmebetrag und Rendite ein.
| Jahr | Kapital Anfang | Entnahmen/Jahr | Zinserträge | Kapital Ende |
|---|
Rendite vor Steuern und Inflation. Kapitalverzehr zeigt die maximale Entnahme damit das Kapital nach dem gewählten Zeitraum genau aufgebraucht ist.
Keine Anlageberatung – alle Angaben ohne Gewährleistung.
Was ist ein Entnahmeplan?
Ein Entnahmeplan ist die Kehrseite des Sparplans. Jahrelang zahlt man in ein Depot ein und lässt das Kapital wachsen – der Entnahmeplan regelt was danach passiert: Wie viel kann ich monatlich entnehmen, ohne dass das Kapital zu früh aufgebraucht ist?
Das klingt simpel, ist aber eine der wichtigsten Fragen der persönlichen Finanzplanung. Wer zu viel entnimmt riskiert im Alter ohne Kapital dazustehen. Wer zu wenig entnimmt verschenkt Lebensqualität die er sich eigentlich leisten könnte. Der richtige Entnahmeplan liegt dazwischen – und der Rechner oben hilft dir diese Zahl zu finden.
Was ist die Rentenlücke?
Der Begriff Rentenlücke wird auf zwei Arten verwendet – und das sorgt oft für Verwirrung. Im klassischen Sinne ist sie der Unterschied zwischen deinem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente. In Deutschland liegt die Rentenquote aktuell bei etwa 48% des letzten Bruttogehalts – netto oft noch deutlich weniger. Wer zuletzt 3.500€ netto verdient hat und 1.400€ Rente bekommt hat eine Rentenlücke von 2.100€/Monat.
Im Kontext der privaten Altersvorsorge meint man meist etwas anderes: Wie viel fehlt zwischen der gesetzlichen Rente und dem was du dir im Ruhestand wünschst? Das ist die Lücke die dein Depot schließen muss – und genau das bildet der Entnahmeplan ab.
Letztes Nettogehalt: 3.500€ – gesetzliche Rente: 1.400€ – klassische Rentenlücke: 2.100€/Monat
Gewünschtes Ruhestandseinkommen: 2.500€ – gesetzliche Rente: 1.400€ – Lücke die das Depot schließen muss: 1.100€/Monat
Genau hier kommt der Entnahmeplan ins Spiel: Du gibst die monatliche Lücke als Entnahmebetrag ein und siehst sofort ob dein angespartes Kapital ausreicht – und wenn ja, wie lange.
Kapitalerhalt oder Kapitalverzehr?
Das ist eine der grundlegendsten Entscheidungen bei der Ruhestandsplanung – und sie hat keinen richtigen oder falschen Ansatz. Es kommt auf deine Situation und deine Ziele an.
| Ansatz | Was passiert mit dem Kapital | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|
| Kapitalerhalt | Bleibt langfristig erhalten oder wächst | Kapital für Erben oder Notfälle vorhanden | Monatliche Entnahme geringer |
| Kapitalverzehr | Wird bis zum Ende des Zeitraums aufgebraucht | Höhere monatliche Entnahme möglich | Kein Puffer wenn man länger lebt als geplant |
Bei Kapitalerhalt (4% Entnahme): ca. 1.667€/Monat – Kapital bleibt erhalten.
Bei Kapitalverzehr: ca. 2.684€/Monat – Kapital nach 30 Jahren aufgebraucht.
Unterschied: über 1.000€/Monat mehr beim Kapitalverzehr.
Was sagt der Rechner genau?
Der Rechner simuliert Monat für Monat wie sich dein Kapital bei der eingegebenen Entnahme und Rendite entwickelt. Er zeigt dir drei Szenarien: Dein Kapital wächst trotz Entnahme (grün), dein Kapital reicht für den gewählten Zeitraum aber wird kleiner (gelb), oder dein Kapital ist vor Ablauf des Zeitraums aufgebraucht (rot).
Die Checkbox "Kapital komplett aufbrauchen" zeigt dir zusätzlich die maximale monatliche Entnahme die du dir leisten kannst wenn du das Kapital bis zum Ende des Zeitraums genau auf null bringen willst.
Wo liegen die Grenzen des Rechners?
- Der Rechner rechnet mit einer konstanten Rendite – in der Realität schwanken Märkte jedes Jahr. Ein schlechtes Jahr direkt zu Beginn der Entnahmephase kann den Plan erheblich stören (Sequenzrisiko)
- Inflation ist nicht einberechnet – wer reale Werte will sollte eine inflationsbereinigte Rendite eingeben (z.B. 7% nominale Rendite minus 2,5% Inflation = 4,5% real)
- Steuern auf Kapitalerträge und Entnahmen sind nicht berücksichtigt – in Deutschland fällt Abgeltungssteuer an
- Unvorhergesehene Ausgaben wie Pflegekosten, Renovierungen oder gesundheitliche Notfälle sind nicht eingeplant
- Der Rechner kennt deine Lebenserwartung nicht – beim Kapitalverzehr besteht das Risiko das Kapital zu überleben
- Rentenzahlungen oder andere Einkommensquellen im Ruhestand sind nicht eingebaut – nur die monatliche Entnahme aus dem Depot
Meine persönliche Herangehensweise
Ich plane für mich mit einem deutlichen Puffer – also einer konservativeren Renditeerwartung und einer niedrigeren Entnahmerate als mathematisch möglich wäre. Das gibt Spielraum für schlechte Börsenjahre, steigende Lebenshaltungskosten und das Unvorhergesehene. Was für dich der richtige Ansatz ist hängt von deiner persönlichen Situation ab.
Alle Inhalte dienen der allgemeinen Information und spiegeln meine persönliche Meinung wider. Keine Anlageberatung. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden. Alle Angaben ohne Gewährleistung.
Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke hat zwei Bedeutungen die oft durcheinandergebracht werden. Im klassischen Sinne ist sie der Unterschied zwischen deinem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente – also wie viel Einkommensersatz die Rente leistet. In Deutschland liegt die Rentenquote aktuell bei etwa 48% des letzten Bruttogehalts, netto oft noch weniger. Wer 4.000€ netto verdient hat und 1.600€ Rente bekommt hat eine Rentenlücke von 2.400€/Monat. Im Kontext der privaten Altersvorsorge meint man meist: Wie viel fehlt zwischen Rente und dem was du dir im Ruhestand wünschst – und genau das muss dein Depot schließen.
Was ist das Langlebigkeitsrisiko?
Das Langlebigkeitsrisiko ist das Risiko länger zu leben als dein Kapital reicht. Klingt makaber, ist aber eine der wichtigsten Fragen bei der Ruhestandsplanung. Wer mit 65 in Rente geht und 85 wird braucht 20 Jahre Kapital. Wer 95 wird braucht 30 Jahre. Niemand weiß das im Voraus. Beim Kapitalverzehr besteht daher immer das Risiko das Geld zu überleben – weshalb viele Finanzplaner eher auf Kapitalerhalt setzen oder zumindest einen deutlichen Puffer einbauen.
Wie viel Kapital brauche ich für den Ruhestand?
Das hängt komplett von deinen Ausgaben und deiner Strategie ab. Als grobe Orientierung: Monatliche Rentenlücke mal 12 ergibt den Jahresbedarf. Den teilst du durch deine Entnahmerate – bei 4% multiplizierst du mit 25. Wer monatlich 1.500€ aus dem Depot braucht kommt auf 450.000€ Zielkapital. Wer 2.500€ braucht auf 750.000€. Der Rechner oben zeigt dir ob dein Kapital für deinen gewünschten Zeitraum reicht.
Was ist das Sequenzrisiko?
Das Sequenzrisiko beschreibt die Gefahr dass ein starker Börseneinbruch direkt zu Beginn der Entnahmephase das gesamte Depot dauerhaft beschädigt. Wer 2008 in Rente ging und gleichzeitig jeden Monat Geld entnommen hat hat in einem schlechten Markt verkauft – das Kapital hat sich nie vollständig erholt. Deshalb empfehlen viele eine Cashreserve für die ersten Jahre des Ruhestands oder eine flexible Entnahmestrategie die in schlechten Jahren reduziert wird.
Sollte ich im Ruhestand noch investiert bleiben?
Ja – zumindest teilweise. Wer mit 65 in Rente geht hat statistisch noch 20-30 Jahre vor sich. In dieser Zeit weiterhin investiert zu bleiben schützt vor Inflation und erhöht die Chance dass das Kapital lange reicht. Eine häufige Strategie: Ein Teil des Kapitals bleibt in Aktien-ETFs investiert, ein anderer Teil liegt als Puffer in weniger volatilen Anlagen. Wie die Aufteilung aussehen sollte ist individuell verschieden.
Was passiert wenn die Rendite niedriger ist als erwartet?
Dann reicht das Kapital kürzer als geplant – oder die monatliche Entnahme muss reduziert werden. Deshalb lohnt es sich im Rechner verschiedene Szenarien durchzuspielen: Was passiert bei 3% statt 5% Rendite? Wie stark verändert sich die Laufzeit? Wer konservativ plant hat mehr Puffer wenn die Märkte enttäuschen.