Was ist ein ETF – und warum ist er oft besser als ein teurer Fonds?

Was ist ein ETF – und warum ist er oft besser als ein teurer Fonds?

ETFs sind eine der wichtigsten Entwicklungen für Privatanleger der letzten Jahrzehnte. Nicht weil sie kompliziert sind – sondern weil sie so simpel sind. Ein ETF, ein Weltmarkt, fertig. Wer das verstanden hat braucht keinen Bankberater mehr der ihm teure Fonds verkauft.

Was ist ein ETF überhaupt?

ETF steht für Exchange Traded Fund – auf Deutsch börsengehandelter Indexfonds. Ein ETF bildet einen Index nach. Wer einen ETF auf einen Weltindex kauft investiert mit einem einzigen Kauf in tausende Unternehmen gleichzeitig – ohne dass ein Fondsmanager aktiv eingreift. Genau das macht ihn so günstig.

Das Besondere: Mit einem ETF gibt man sich bewusst mit dem Marktdurchschnitt zufrieden. Klingt nach Mittelmaß – ist es aber nicht. Historisch hat ein breit gestreuter Welt-ETF nach Inflation rund 7% Rendite pro Jahr erzielt. Damit lässt sich einiges aufbauen.

Was ist der Unterschied zwischen ETF und Fonds?

Ein klassischer aktiv gemanagter Fonds hat einen Fondsmanager der versucht den Markt zu schlagen – also besser abzuschneiden als der Durchschnitt. Dafür verlangt er eine jährliche Gebühr von meist 1,5 bis 2,5% des angelegten Kapitals. Klingt nach wenig – ist es aber nicht.

Ein ETF bildet den Markt einfach nach. Dafür braucht er keinen teuren Manager und kostet entsprechend wenig. Typische ETF-Kosten liegen zwischen 0,1 und 0,5% pro Jahr. Was dieser Unterschied über 30 Jahre bedeutet ist erschreckend – das kannst du in unserem TER-Vergleich Rechner selbst durchrechnen.

Warum schlagen aktive Fonds den Markt kaum?

Das ist keine Meinung sondern Datenlage: Laut SPIVA-Studie schneiden über 80% der aktiv gemanagten Fonds langfristig schlechter ab als ihr Vergleichsindex – nach Kosten. Der Fondsmanager muss nicht nur den Markt schlagen, er muss ihn so stark schlagen dass seine Gebühren noch überkompensiert werden. Das gelingt den wenigsten dauerhaft.

Ich sage nicht dass aktive Fonds grundsätzlich schlecht sind. Aber für den normalen Privatanleger der langfristig Vermögen aufbauen will sind sie in den meisten Fällen die schlechtere Wahl.

KISS – Keep It Simple

Meine persönliche Überzeugung: Für die meisten Menschen reicht ein einziger ETF der den gesamten Weltmarkt abbildet. Breit gestreut, günstig, transparent. Fertig.

Den MSCI World würde ich dabei nicht als alleinige Lösung empfehlen – er bildet nur Industrieländer ab und besteht aktuell zu rund 70% aus US-amerikanischen Unternehmen. Das ist ein Klumpenrisiko das viele unterschätzen.

Wenn ich nur einen ETF wählen könnte wäre es der MSCI ACWI IMI. Der Zusatz steht für All Country World Index Investable Market Index – auf Deutsch: alle Länder weltweit inklusive Schwellenländer, und zusätzlich auch kleine und mittelgroße Unternehmen. Mit einem einzigen ETF deckt man damit rund 99% der weltweiten Marktkapitalisierung ab. Mein Favorit kostet 0,17% TER pro Jahr – die ganze Welt für weniger als 20 Cent pro 100€ investiertem Kapital.

Auch der FTSE All-World ist eine sehr gute Wahl und funktioniert ähnlich. Der Vanguard ESG Global All Cap ETF ist interessant für alle die Wert auf Nachhaltigkeitskriterien legen. Im Grunde tun sich diese ETFs langfristig nicht viel – es kommt mehr auf die Konsequenz beim Besparen an als auf die exakte Produktwahl.

Natürlich entwickelt sich das mit der Zeit. Wer tiefer einsteigt fängt an über Dividenden-ETFs nachzudenken, über Schwellenländer als separate Position, über Beimischungen. Das ist völlig in Ordnung. Aber der Einstieg muss nicht kompliziert sein – und sollte es auch nicht.

Wie kaufe ich einen ETF?

Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker. Dort suchst du den ETF deiner Wahl über den Namen oder die ISIN und kaufst ihn wie eine Aktie. Die meisten Broker bieten auch Sparpläne an mit denen du automatisch jeden Monat einen festen Betrag investierst – ab 1€ bei manchen Anbietern.

Welcher Broker der richtige für dich ist hängt von deinen Bedürfnissen ab. Eine Übersicht der Anbieter die ich selbst nutze und empfehle findest du auf meiner Empfehlungsseite*.

Mein Fazit

ETFs haben die Geldanlage demokratisiert. Was früher institutionellen Investoren vorbehalten war – breit gestreut, günstig, transparent in den Weltmarkt investieren – ist heute für jeden mit 25€ im Monat möglich. Wer das nutzt ist dem Großteil der Bevölkerung bereits einen großen Schritt voraus.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und spiegelt meine persönliche Meinung wider. Keine Anlageberatung. Bei den mit (*) gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Alle Angaben ohne Gewährleistung.

Nach oben scrollen