
Eigentlich wollte ich zwei Monate bleiben. Jetzt bin ich im vierten Monat in Vietnam.
Zwei gestrichene Flüge wegen des Iran-Kriegs, ein spontaner Visarun nach Bangkok, eine vietnamesische Freundin, ein Alltag der sich irgendwie von selbst eingestellt hat. Da Nang im April ist eigentlich die beste Reisezeit – warm, sonnig, nicht überfüllt. Ich genieße es. Aber ich hätte nie gedacht dass ich so lange bleiben würde.
Was wäre gewesen wenn…
Ich frage mich manchmal was gewesen wäre wenn ich nicht ein bisschen vorgesorgt hätte. Ich bin kein Millionär und weit davon entfernt finanziell frei zu sein – aber ich habe früh angefangen zu investieren, ein kleines Polster aufgebaut und arbeite ortsunabhängig. Das hat mir in dieser Situation den Rücken freigehalten. Für jemanden ohne diese Grundlage hätten vier Monate fernab von zuhause schnell zum Problem werden können – gekündigter Mietvertrag, verlorener Job, aufgebrauchte Ersparnisse.
Für mich war es eine Verlängerung einer Reise die ich genieße.
Das ist für mich finanzielle Freiheit. Nicht die Villa. Nicht der Lamborghini. Optionen.
Finanzielle Freiheit bedeutet nicht reich sein
Ich habe mal ein Short dazu gemacht – die Resonanz war überschaubar. Aber der Gedanke lässt mich nicht los.
Viele Menschen verbinden finanzielle Freiheit mit Luxus. Villa am Meer, Sportwagen, Privatjet. Das ist eine Version davon. Aber sie ist weit weg für die meisten – und ehrlich gesagt auch nicht das was die meisten wirklich wollen.
Was ich unter finanzieller Freiheit verstehe ist etwas viel Pragmatischeres: Optionen haben.
Die Option einen Job anzunehmen der weniger zahlt aber mehr Spaß macht. Die Option eine Pause einzulegen ohne sofort in Panik zu verfallen. Die Option hier in Da Nang zu bleiben weil das Wetter gerade perfekt ist und zwei gestrichene Flüge mich nicht in eine existenzielle Krise stürzen.
Das klingt unspektakulär. Aber es ist alles.
Was ich daraus mitnehme
Vietnam ist in meinen Augen kein Auswanderungsland – kein echtes Langzeitvisum, keine attraktive Steuerstruktur für Investoren, und Visaruns kosten Zeit und Geld. Ich habe das alles in einem eigenen Artikel aufgeschrieben.
Aber die Situation hat mir etwas gezeigt das wichtiger ist als jedes Reiseziel: Wer früh anfängt zu investieren, ein kleines Polster aufbaut und flexibel bleibt, dem passieren solche Dinge einfach. Nicht als Katastrophe – sondern als Geschichte die er später erzählt.
Und das gilt nicht nur für Geld. In der heutigen schnelllebigen Zeit ist es wichtig flexibel zu bleiben – Dinge so zu nehmen wie sie kommen, das Beste daraus zu machen und nicht zu verbissen auf ein bestimmtes Ergebnis fixiert zu sein. Manchmal führt der Umweg zum besseren Ziel. Zwei gestrichene Flüge haben mich in die beste Reisezeit Da Nangs katapultiert. So läuft das manchmal.
Fang heute an
Nicht wegen Vietnam. Nicht wegen Lamborghinis oder Villen. Sondern damit du die Wahl hast. Damit ein gestrichener Flug eine Unannehmlichkeit ist und kein Notfall. Damit du den Job annehmen kannst der dir wirklich gefällt. Damit du bleiben kannst wenn es schön ist.
Das ist finanzielle Freiheit. Und sie fängt nicht mit einem großen Betrag an – sie fängt damit an dass du heute anfängst.
Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Meinung und Erfahrung wider. Keine Anlageberatung.