Rebalancing-Rechner

Rebalancing-Rechner

Gib deine Positionen und Zielgewichte ein – der Rechner zeigt dir was du kaufen oder verkaufen musst um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Position Aktueller Wert (€) Ist (%) Ziel (%) Löschen
Gesamtwert
Zielgewichte gesamt
Die Zielgewichte ergeben nicht 100% – bitte anpassen.
Aktuelle Aufteilung
Ziel-Aufteilung
Rebalancing-Transaktionen
PositionIst-WertZiel-WertDriftTransaktion

Verkäufe können in Deutschland steuerpflichtig sein – Abgeltungssteuer 26,375% auf realisierte Gewinne.
Zielgewichte müssen 100% ergeben. Keine Anlageberatung – alle Angaben ohne Gewährleistung.

Was ist Rebalancing? – Die Portfoliogewichtung anpassen

Rebalancing – auf Deutsch auch Portfoliogewichtung anpassen oder Depotausgleich genannt – bedeutet dass du dein Portfolio regelmäßig auf seine ursprüngliche Zielaufteilung zurückführst. Märkte entwickeln sich unterschiedlich: Was heute 70% Aktien und 30% Anleihen ist, kann nach einem starken Börsenjahr schnell 85% Aktien und 15% Anleihen sein – weil Aktien stärker gestiegen sind als Anleihen.

Rebalancing stellt das ursprüngliche Gleichgewicht wieder her. Du verkaufst was zu groß geworden ist und kaufst nach was zu klein geworden ist – oder du lenkst frisches Kapital gezielt dorthin wo es gebraucht wird.

Beispiel: Du willst 70% Aktien und 30% Anleihen. Nach einem starken Börsenjahr haben deine Aktien so stark zugelegt dass sie jetzt 82% deines Portfolios ausmachen. Rebalancing bedeutet: du verkaufst Aktien im Wert von X€ und kaufst Anleihen nach – oder du investierst dein nächstes frisches Kapital komplett in Anleihen bis die Balance wieder stimmt.

Macht Rebalancing überhaupt Sinn?

Das ist eine berechtigt kontroverse Frage. Rein renditegeprägt betrachtet hat ein reines Aktienportfolio historisch besser abgeschnitten als ein gemischtes das regelmäßig rebalanciert wurde. Wer also konsequent 100% Aktien hält und nie umschichtet hat langfristig oft mehr Rendite erzielt.

Der eigentliche Sinn von Rebalancing liegt aber woanders: im Risikomanagement. Ein Portfolio das nie rebalanciert wird driftet mit der Zeit immer weiter in Richtung der besten Performer – also meist Aktien. Das erhöht das Risiko. Wer kurz vor der Rente steht und plötzlich 90% in Aktien hat obwohl er 60% wollte, hat ein echtes Problem wenn der Markt einbricht.

Regression zur Mitte

Ein weiteres Argument für Rebalancing ist die sogenannte Regression zur Mitte: Was überdurchschnittlich gut gelaufen ist neigt dazu mittelfristig wieder zum Durchschnitt zurückzukehren. Durch Rebalancing verkaufst du systematisch was teuer ist und kaufst was günstig ist – ein antizyklischer Ansatz der langfristig durchaus Sinn ergeben kann.

Wie oft sollte man rebalancieren?

Dafür gibt es keine universelle Antwort. Grundsätzlich gibt es zwei Ansätze:

AnsatzBeschreibungVorteilNachteil
ZeitbasiertEinmal im Jahr oder halbjährlich prüfenEinfach, planbar, wenig AufwandKann zu früh oder zu spät sein
SchwellenwertNur wenn eine Position mehr als 5% vom Ziel abweichtReagiert auf echte Drift, weniger unnötige TransaktionenErfordert regelmäßige Kontrolle

Meine persönliche Herangehensweise: Ich schaue einmal im Jahr drauf und rebalanciere nur wenn die Drift wirklich signifikant ist. Kleinere Abweichungen von 2-3% ignoriere ich – der Aufwand und die Transaktionskosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Mein persönlicher Ansatz – keine Verkäufe

Ich persönlich mag es nicht Positionen zu verkaufen. Zum einen wegen der Steuern – jeder Verkauf von Gewinnen löst Abgeltungssteuer aus. Zum anderen mag ich es nicht gute Positionen zu reduzieren nur weil sie gut gelaufen sind.

Mein Weg: Ich nutze frisches Kapital gezielt. Meine Dividenden sammle ich und investiere sie bewusst dort wo das Portfolio gerade untergewichtet ist. So kaufe ich systematisch nach ohne etwas verkaufen zu müssen – und nutze gleichzeitig den Zinseszinseffekt meiner Ausschüttungen. Das funktioniert natürlich am besten wenn man regelmäßig Kapital zuführt oder Dividenden erhält.

Das ist meine persönliche Meinung – keine Empfehlung. Wer ein sehr großes Portfolio hat und keine regelmäßigen Einzahlungen macht kommt um gelegentliche Verkäufe möglicherweise nicht herum.

Was ist Diversifikation – und warum reichen Aktien allein nicht?

Diversifikation bedeutet das Risiko auf möglichst unkorrelierte Anlageklassen zu verteilen. Die Idee: Wenn Aktien fallen steigen andere Anlageklassen oder fallen zumindest weniger stark. Das glättet die Kurve und macht das Portfolio stabiler.

Reicht eine Anlageklasse wie Aktien allein? Rein aus Rendite-Sicht hat ein reines Aktienportfolio langfristig am besten abgeschnitten. Das Problem ist die Volatilität – Aktien können in einem Jahr 40-50% verlieren. Wer das psychologisch aushält und einen langen Anlagehorizont hat braucht vielleicht keine anderen Anlageklassen. Wer kurz vor der Rente steht oder das Geld in absehbarer Zeit braucht, sollte sein Risiko breiter streuen.

Die gängigen Portfolio-Strategien erklärt

StrategieAufteilungStärkenSchwächen
100% Aktien100% Aktien globalHistorisch höchste Rendite, einfach, kein Rebalancing nötigHohe Schwankungen, psychologisch anspruchsvoll
70/3070% Aktien, 30% SchwellenländerBreite globale Streuung, einfach umsetzbarKein Risikopuffer, hohe Korrelation beider Positionen
80/20 Weltportfolio80% Aktien, 20% InvestitionsreservePuffer für Krisen, antizyklisches Nachkaufen möglichEtwas geringere Rendite in Bullenmärkten
60/4060% Aktien, 40% AnleihenKlassisch ausgewogen, geringere SchwankungenAnleihen schützen nicht immer – 2022 haben beide fallen
All Weather30% Aktien, 55% Anleihen, 7,5% Gold, 7,5% RohstoffeDesigned für alle Marktphasen, geringe DrawdownsIn Bullenmärkten deutlich geringere Rendite als Aktien
Meine persönliche Meinung zu Anleihen: Ich bin kein großer Freund von Anleihen – historisch haben sie Aktien langfristig deutlich underperformt und 2022 haben sie ihren Job als Puffer nicht erfüllt: beide fielen gleichzeitig. Trotzdem habe ich einen gewissen Anleihenanteil im Portfolio als Stabilitätsanker. Wie groß der sein sollte hängt vom Anlagehorizont, dem Alter und der persönlichen Risikotoleranz ab. Das ist meine persönliche Einschätzung – keine Empfehlung.

Was zeigt der Rechner – und wo liegen die Grenzen?

Der Rebalancing-Rechner zeigt dir auf Basis deiner aktuellen Depotwerte und Zielgewichte genau was du kaufen oder verkaufen musst. Er berechnet die Differenz zwischen Ist- und Soll-Zustand und schlägt die minimalen Transaktionen vor um die Zielallokation zu erreichen.

Alle Inhalte dienen der allgemeinen Information und spiegeln meine persönliche Meinung wider. Keine Anlageberatung. Alle Angaben ohne Gewährleistung.

Was ist Rebalancing auf Deutsch?

Rebalancing wird auf Deutsch als Portfoliogewichtung anpassen oder Depotausgleich bezeichnet. Es bedeutet dass du dein Portfolio regelmäßig auf seine ursprüngliche Zielaufteilung zurückführst – weil einzelne Positionen durch unterschiedliche Kursentwicklungen aus dem Gleichgewicht geraten sind.

Wie oft sollte man sein Portfolio rebalancieren?

Die meisten Experten empfehlen einmal im Jahr oder wenn eine Position mehr als 5% von der Zielgewichtung abweicht. Häufigeres Rebalancing lohnt sich meist nicht – Transaktionskosten und Steuern fressen den Vorteil auf. Wichtiger als die Häufigkeit ist die Konsequenz.

Muss man beim Rebalancing Positionen verkaufen?

Nein – wer regelmäßig frisches Kapital investiert oder Dividenden erhält kann rebalancieren ohne zu verkaufen. Einfach die untergewichteten Positionen nachkaufen bis die Zielallokation wieder stimmt. Das ist steuerlich günstiger weil keine Gewinne realisiert werden.

Was ist der Unterschied zwischen 70/30 und 60/40 Portfolio?

Beim 70/30 Portfolio hält man 70% Aktien und 30% Schwellenländer – beides Aktien, also volles Aktienrisiko. Das 60/40 Portfolio kombiniert 60% Aktien mit 40% Anleihen – die Anleihen sollen als Puffer in Krisenzeiten dienen und Schwankungen glätten. Das 60/40 hat historisch weniger Rendite aber auch weniger Volatilität erzielt.

Was ist das All Weather Portfolio?

Das All Weather Portfolio ist eine Strategie die für alle Marktphasen ausgelegt ist: 30% Aktien, 40% langfristige Anleihen, 15% mittelfristige Anleihen, 7,5% Gold und 7,5% Rohstoffe. Es soll in Inflation, Deflation, Wachstum und Rezession gleichmäßig performen. Der Nachteil: in langen Bullenmärkten bleibt die Rendite deutlich hinter einem reinen Aktienportfolio zurück.

Was ist Diversifikation beim Investieren?

Diversifikation bedeutet das Risiko auf verschiedene Anlageklassen, Regionen und Branchen zu verteilen. Die Idee: wenn eine Anlageklasse fällt entwickeln sich andere unabhängig davon. Ein reines Aktienportfolio kann in einem Jahr 40-50% verlieren – eine Beimischung von Anleihen, Gold oder anderen Anlageklassen kann diese Schwankungen dämpfen.